Angststörungen bei ophthalmologischen Patienten: Interdisziplinäre Zusammenarbeit sollte verstärkt werden16. Mai 2022 Foto: © Yakobchuk Olena – stock.adobe.com Einer aktuellen Studie zufolge treten Angstsymptome und ‑störungen bei Patienten mit Augenerkrankungen häufig auf. Laut den Autoren der Arbeit ist es daher essenziell, dieses Patientenkollektiv interdisziplinär und zügig zu identifizieren und effektiv zu behandeln. Die Wissenschaftler führten eine Literaturrecherche in PubMed, Scopus und Web of Science durch, um relevante Studien zur Prävalenz von Angstsymptomen und ‑störungen bei Patienten mit verschiedenen Augenerkrankungen zu analysieren. Die Arbeitsgruppe schloss insgesamt 95 Studien in ihre Meta-Analyse ein, von denen 81 Angstsymptome und 14 Angststörungen bewerteten. Die Forscher ermittelten, dass die Prävalenz von Angstsymptomen und ‑störungen von 2,4 und 95,87 % bzw. 6,5 und 77,5 % reichte. Aufgrund dieser Heterogenität verwendeten sie das Random-Effects-Modell (I2 > 50 %). Damit stellten die Experten fest, dass die gepoolten Gesamtprävalenzen von Angstsymptomen 31,2 % (6507/23.415 Probanden; 95%-KI 25,9–36,7; p<0,001) und von Angststörungen 19 % (6502/60.174 Probanden; 95 %-KI 16,1–22,0; p<0,001) betrugen. Nach Alter klassifiziert ergab sich zudem, dass Kinder ängstlicher waren als Erwachsene (gepoolte Prävalenz 58,6 % vs. 29 %). Des Weiteren beobachteten die Forschenden, dass die Prävalenz von Angstsymptomen bei Patienten mit Uveitis am höchsten ausfiel (53,5 %), gefolgt von der Erkrankung des trockenen Auges (DED; 37,2 %), Retinitis pigmentosa (36,5 %), Diabetischer Retinopathie (31,3 %), Glaukom (30,7 %), Myopie (24,7 %), AMD (21,6 %) sowie Katarakt (21,2 %). Angststörungen traten dagegen am häufigsten bei Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen auf (28,9 %), gefolgt vom Glaukom (22,2 %) sowie dem DED (11,4 %). Beim Vergleich mit gesunden Personen konstatierte die Studiengruppe, dass Patienten mit Augenerkrankungen eine um das Doppelte gesteigerte Prävalenz für Angstsymptome (OR 1,912; 95 %-KI 1,46–2,5; p<0,001) und für Angststörungen (OR 2,281; 95 %-KI 1,17–4,45; p=0,016) aufwiesen.
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