Anhaltende Schmerzen in der Brust: Invasive oder nichtinvasive Diagnostik?8. November 2022 © Tyler Olson – stock.adobe.com (Symbolbild) Bei der Diagnose der Koronaren Herzkrankheit (KHK) ist die Computertomographie (CT) eine genaue, nichtinvasive Alternative zur invasiven Koronarangiographie (ICA). Die vergleichbare Wirksamkeit von CT und ICA beim Management von KHK zur Reduzierung der Häufigkeit schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse ist jedoch ungewiss. Die DISCHARGE-Studiengruppe unter Leitung von Wissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin führte eine pragmatische, randomisierte Studie wurde mit 3561 Patienten (56,2% weiblich) an 26 europäischen Zentren durch. Die Forscher um Erstautor Pál Maurovich-Horvat verglichen CT und ICA als 1. diagnostische Bildgebungsstrategie zum Patientenmanagement. Der primäre Endpunkt waren auftretende MACE (kardiovaskulärer Tod, nichttödlicher MI/Schlaganfall) innerhalb der folgenden 3,5 Jahre. Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren verfahrensbedingte Komplikationen und Angina pectoris. Vollständige Follow-up-Daten lagen für 3523 Patienten (98,9%) vor. MACE traten bei 38/1808 Patienten (2,1%) in der CT-Gruppe und bei 52/1753 (3,0%) in der ICA-Gruppe auf (HR 0,70; 95%-KI 0,46–1,07; p=0,10). Größere verfahrensbedingte Komplikationen konnten bei 9 Patienten (0,5%) in der CT-Gruppe und bei 33 (1,9%) in der ICA-Gruppe (HR 0,26; 95%-KI 0,13–0,55) beobachtet werden. Eine Angina pectoris während der letzten 4 Wochen des Follow-ups wurde bei 8,8% der Patienten in der CT-Gruppe und bei 7,5% der Patienten in der ICA-Gruppe festgestellt (OR 1,17; 95%-KI 0,92–1,48). Fazit Die Diagnostik einer Koronaren Herzerkrankung (KHK) mittels CT führt bei Patienten mit stabilem Brustschmerz und mittlerer KHK-Prätestwahrscheinlichkeit offenbar nicht zu einem erhöhten Risiko für ein schweres unerwünschtes kardiovaskuläres Ereignis (MACE) vs. Diagnostik mittels invasiver Koronarangiographie (ICA). Im Gegenteil scheinen die nichtinvasiv diagnostizierten Patienten sogar von selteneren eingriffsbezogenen Komplikationen zu profitieren. (ah) Autoren: Maurovich-Horvat P et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: CT or Invasive Coronary Angiography in Stable Chest Pain Quelle: N Engl J Med 2022;386(17):1591–1602. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2200963
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