Antientzündliche Therapie zur Sekundärprävention: Canakinumab kann Rezidive kardiovaskulärer Ereignisse senken3. Januar 2018 Die aktuelle CANTOS-Studie hat die Hypothese untersucht, dass die Reduktion der Entzündung ohne Beeinflussung der Lipidspiegel das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen reduzieren könnte. Die Ergebnisse belegen, dass eine antientzündliche Therapie, die mit dem Interleukin-1ß-Antikörper Canakinumab (150 mg alle 3 Monate) zu einer signifikant geringeren Rate an rezidivierenden kardiovaskulären Ereignissen führte als Placebo, unabhängig von der Lipidsenkung. Dr. Paul M. Ridker vom Brigham and Women’s Hospital und seine Kollegen untersuchten Canakinumab in einer randomisierten doppelblinden Studie. Einbezogen wurden 10.061 Patienten mit vorangegangenem Myokardinfarkt und einem Spiegel des hochsensitiven C-reaktiven Proteins von ≥2 mg/l. In ihrer Studie verglichen die Forscher 50 mg, 150 mg und 300 mg Canakinumab alle 3 Monate mit Placebo. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt bestand aus nicht tödlichem Myokardinfarkt bzw. Schlaganfall oder kardiovaskulärem Tod. Nach 48 Monaten lag die mediane Reduktion ab der Baseline beim Spiegel des hochsensitiven C-reaktiven Proteins in der Gruppe mit der 50-mg-Dosis Canakinumab um 26 Prozentpunkte höher als in der Placebogruppe. In der Gruppe mit 150 mg war sie sogar um 37 und in der 300-mg-Gruppe um 41 Prozentpunkte höher. Wie die Ergebnisse zeigen, reduzierte Canakinumab die Lipidspiegel gegenüber der Baseline nicht. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 3,7 Jahren lag die Inzidenzrate für den primären Endpunkt bei 4,5 Ereignissen/100 Personenjahre in der Placebogruppe, bei 4,11 Ereignissen/100 Personenjahre in der 50-mg-Gruppe, bei 3,86 Ereignissen/100 Personenjahre in der 150-mg-Gruppe und 3,90 Ereignissen/100 Personenjahre in der 300-mg-Gruppe. Die Wissenschaftler berechneten folgende Hazard Ratios im Vergleich zu Placebos: 0,93 in der 50-mg-Gruppe (95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,80–1,07; P=0,30), 0,85 in der 150-mg-Gruppe (95 %-KI 0,74–0,98; P=0,021) und 0,86 in der 300-mg-Gruppe (95 %-KI 0,75–0,99; P=0,031). Die 150-mg-Dosis – nicht aber die anderen Dosen – erfüllten den präspezifizierten vielfach angepassten Schwellenwert für statistische Signifikanz für den primären Endpunkt und den sekundären Endpunkt, der zusätzlich die Hospitalisierung wegen instabiler Angina pectoris mit Notfall-Revaskularisierung umfasste (Hazard Ratio vs. Placebo 0,83; 95 %-KI 0,73–0,95; P=0,005). Canakinumab war mit einer höheren Inzidenz tödlicher Infektionen assoziiert als Placebo. Die Autoren beobachteten keinen signifikanten Unterschied bei der Mortalität aller Ursachen (Hazard Ratio für alle Canakinumab-Dosen vs. Placebo 0,94; 95 %-KI 0,83–1,06; P=0,31). Autoren: Ridker PM et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Antiinflammatory Therapy with Canakinumab for Atherosclerotic Disease Quelle: N Engl J Med. 2017;377(12):1119–1131. Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1707914