Antihormonelle Krebstherapien auf dem Weg zur Gleichberechtigung

BvDU-Präsident Axel Schroeder diskutierte im Interview mit den Urologischen Nachrichten über vergangene und neue Entwicklungen der Onkologievereinbarung. Foto: BvDU

Die oralen Antiandrogene der zweiten Generation könnten bald ebenso wie andere oral verabreichte Krebstherapien als “medikamentöse Tumortherapie” im Sinne der Onkologievereinbarung anerkannt werden.

Wie Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen (BvDU), den Urologischen Nachrichten mitteilte, gibt es von den Krankenkassen positive Signale, dass die neuen oralen Hormontherapien in der Onkologievereinbarung bald zur „medikamentösen Tumortherapie“ hinzugerechnet werden könnten. Im ersten Quartal gab es viel Verwirrung um diesen Begriff (wir berichteten). In der Neufassung der Onkologievereinbarung für 2020 wurde dieser Begriff eingeführt; die neuen antihormonellen Therapien für das in der Urologie überwiegende Prostatakarzinom sind darin bisher nicht enthalten.

„Uns ist (…) von dem GKV-Spitzenverband deutlich signalisiert worden, dass sie ein Interesse haben, der Weiterentwicklung der medikamentösen Tumortherapie beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom Rechnung zu tragen“, sagte Schroeder im Interview mit dieser Zeitung. Der unterschiedliche Status oraler Therapien in dieser Indikation im Vergleich zu Therapien etwa gegen das metastasierte Nierenzellkarzinom könnte demnach bald der Vergangenheit angehören. „Man hat sich im Herbst noch nicht für den Weg entscheiden können, den Ausschluss der Medikamente der ATC-Klasse L02 (endokrine Therapie) aufzuheben“, berichtet Schroeder. „Wir haben über die Krankenkassenverbände interveniert, um hier dem ganzen Thema Nachdruck zu verleihen und sind dabei auf sehr viel Verständnis gestoßen.“

(ms)

Lesen Sie das vollständige Interview mit Dr. Axel Schroeder in der Mai-Ausgabe der Urologischen Nachrichten.