Antikoagulation bei subklinischem Vorhofflimmern? Nutzen überwiegt bei Hochrisikopatienten13. November 2024 Symbolfoto: ©SockaGPhoto/stock.adobe.com Eine Subgruppenanalyse der ARTESiA-Studie zeigt, dass die Entscheidung zur Behandlung mit Apixaban bei subklinischem Vorhofflimmern zum Teil auf Basis des CHA2DS2-VASc-Scores getroffen werden sollte. DURHAM (Biermann) – In der randomisierten Studie ARTESiA reduzierte das direkte orale Antikoagulans Apixaban bei Patienten mit Device-detektiertem subklinischen Vorhofflimmern (VHF) zwar signifikant die Rate von Schlaganfällen und systemischen Embolien (SE) – jedoch bei gleichzeitiger Steigerung von schweren Blutungen. Die Patientenselektion auf Basis des CHA2DS2-VASc-Scores könnte einer aktuellen Subgruppenanalyse von ARTESiA zufolge jene Patienten identifizieren, die voraussichtlich von einer Apixaban-Behandlung profitieren. Die internationale Studiengruppe um Renato D. Lopes von der Duke University School of Medicine in Durham (USA) führte eine Subgruppenanalyse von ARTESiA basierend auf dem initialen CHA2DS2-VASc-Score der Studienteilnehmer durch und bewertete sowohl die relativen als auch die absoluten Unterschiede bei Schlaganfall/SE und schweren Blutungen. Der initiale CHA2DS2-VASc-Score lag bei 1578 (39,4 %) Patienten <4, betrug 4 bei 1349 (33,6 %) Patienten und >4 bei 1085 (27,0 %) Patienten. Patienten der hohen CHA2DS2-VASc-Kategorie hatten eine Schlaganfallrate von 0,98 %/Jahr mit Apixaban und 2,25 %/Jahr mit Acetylsalicylsäure (ASS). Im Vergleich zu ASS verhinderte Apixaban 1,28 (95 %-KI 0,43–2,12) Schlaganfälle/SE pro 100 Patientenjahre (PJ), verursachte jedoch 0,68 (95 %-KI -0,23 bis 1,57) schwere Blutungen. Bei einem CHA2DS2-VASc <4 betrug die Schlaganfall-/SE-Rate 0,85 %/Jahr mit Apixaban und 0,97 %/Jahr mit ASS. Apixaban verhinderte 0,12 (95 %-KI -0,38 bis 0,62) Schlaganfälle/SE pro 100 PJ und verursachte 0,33 (95 %-KI -0,27 bis 0,92) schwere Blutungen. Für Patienten mit einem CHA2DS2-VASc-Score von 4 verhinderte Apixaban 0,32 (95 %-KI -0,16 bis 0,79) Schlaganfälle/SE pro 100 PJ und verursachte 0,28 (95 %-KI -0,30 bis 0,86) schwere Blutungen. Basierend auf diesen Erkenntnissen folgern Lopes et al., dass für Patienten mit hohem CHA2DS2-VASc-Score die Vorteile einer Behandlung mit Apixaban zur Verhinderung von Schlaganfällen/SE das Risiko überwiegen. Für Patienten mit einem CHA2DS2-VASc-Score <4 trifft jedoch das Gegenteil zu. Es existiert allerdings auch eine beträchtliche Zwischenpopulation mit einem CHA2DS2-VASc von 4, bei der die Präferenzen der Patienten die Behandlungsentscheidung nach Ansicht der Studienautoren beeinflussen sollten. (ah) Autoren: Lopes RD et al.Korrespondenz: Renato D. Lopes; [email protected]Studie: Apixaban vs Aspirin According to CHA(2)DS(2)-VASc Score in Subclinical Atrial Fibrillation: Insights From ARTESiAQuelle: J Am Coll Cardiol 2024;84(4):354–364.doi: 10.1016/j.jacc.2024.05.002
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