Antikoagulierte Patienten mit Vorhofflimmern: Risiko für Myokardinfarkt unter DOAK niedriger als unter VKA30. November 2018 © sdecoret – fotolia.com Wie wirken sich direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) und Vitamin-K-Antagonisten (VKA) auf die Prävention eines Myokardinfarktes (MI) aus? Dieser Frage gingen Dr. Christina Ji-Young Lee vom Universitätsklinikum im dänischen Aalborg und ihre Kollegen nach, indem sie das Risiko von MI im Zusammenhang mit der Verwendung von Apixaban, Dabigatran, Rivaroxaban und VKA bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) unter die Lupe nahmen. Entsprechende Patienten identifizierten sie anhand dänischer Gesundheitsregister und stratifizierten sie nach der initialen, zur oralen Antikoagulation eingesetzten Therapie. Die standardisierten absoluten 1-Jahresrisiken wurden auf Grundlage der Cox-Regression für die Hazardraten von MI-Hospitalisierungen und Sterblichkeit abgeschätzt. Berichtet wurden absolute Risiken, separat für die oralen Antikoagulations-Therapien und standardisiert nach den Merkmalen der Studienpopulation. Wie den Studienergebnissen zu entnehmen ist, lag unter den 31.739 eingeschlossenen Patienten (medianes Alter 74 Jahre; 47 % Frauen) das standardisierte 1-Jahres-Risiko für MI mit VKA bei 1,6 % (95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,3–1,8), mit Apixaban bei 1,2 % (95 %-KI 0,9–1,4), mit Dabigatran bei 1,2 % (95 %-KI 1,0–1,5) und mit Rivaroxaban bei 1,1 % (95 %-KI 0,8–1,3). Die Autoren konnten bei den standardisierten 1-Jahres-Risiken für MI unter den DOAK keine signifikanten Risikounterschiede feststellen: Dabigatran vs. Apixaban (0,04 %; 95 %-KI -0,3 bis 0,4), Rivaroxaban vs. Apixaban (0,1 %; 95 %-KI -0,4 bis 0,3) und Rivaroxaban vs. Dabigatran (-0,1 %; 95 %-KI -0,5 bis 0,2). Hingegen erwiesen sich die Risikounterschiede für DOAK vs. VKA alle als signifikant: -0,4 % (95 %-KI -0,7 bis -0,1) für Apixaban, -0,4 % (95 %-KI -0,7 bis -0,03) für Dabigatran und -0,5 % (95 %-KI -0,8 bis -0,2) für Rivaroxaban. Fazit Die direkten Vergleiche von DOAK hätten keine signifikanten Unterschiede des Risikos für MI ergeben, bilanzieren die Autoren. Dabei seien alle DOAK mit einer signifikanten Reduktion des MI-Risikos im Vergleich zu VKA assoziiert gewesen, betonen sie bei der Vorstellung ihrer Befunde im „Journal of the American College of Cardiology“. Autoren: Lee CJ et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Risk of Myocardial Infarction in Anticoagulated Patients With Atrial Fibrillation Quelle: J Am Coll Cardiol 2018;72(1):17–26. Web: dx.doi.org/10.1016/j.jacc.2018.04.036
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