Antikörper im Fokus: Neues Graduiertenkolleg in Lübeck27. Juni 2025 Prof. Dr. Stefanie Derer-Petersen (Ko-Sprecherin) und Prof. Dr. Rudolf Manz (Sprecher) leiten das neue Graduiertenkolleg 3095 „Protektive und pathogene Antikörperantworten an Barriereorganen.” (Copyright Foto: privat) Die Universität zu Lübeck startet ein neues Graduiertenkolleg, das Antikörper-produzierende B-Zellen im erworbenen Immunsystem erforscht. Im Fokus steht die bislang unbeantwortete Frage, welche Mechanismen dazu führen, dass Antikörper entweder schützende oder krankmachende Reaktionen an Haut, Lunge und Darm auslösen. Die Universität zu Lübeck erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Förderung für ein neues Graduiertenkolleg im Bereich Immunologie. Ab Frühjahr 2026 erforschen Promovierende unter der Leitung von Prof. Rudolf Manz vom Institut für Systemische Entzündungsforschung (ISEF) der Universität zu Lübeck und Prof. Stefanie Derer-Petersen vom Institut für Ernährungsmedizin der Universität zu Lübeck, wie Antikörper hergestellt werden, die sowohl schützende als auch pathogene Wirkung an Haut, Darm und Lunge bewirken. Das Kolleg bietet eine strukturierte und interdisziplinäre Ausbildung mit besonderem bioinformatischem Schwerpunkt. Ergänzt wird die Expertise durch Projektleitende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die als mitantragstellende Hochschule beteiligt ist.Mit dem Graduiertenkolleg 3095 „Protektive und pathogene Antikörperantworten an Barriereorganen“ stärkt die Universität zu Lübeck ihre Rolle als führender Standort in der immunologischen Nachwuchsförderung. Sprecher ist Manz, Ko-Sprecherin Derer-Petersen. Im Fokus steht die Frage, wie Antikörper an immunologisch aktiven Körpergrenzen, wie Haut, Lunge und Darm, gebildet werden. Ziel ist es, zu verstehen, wie B-Zellen aktiviert werden, um Antikörper zu bilden, die einerseits gegen Krankheitserreger schützen, andererseits jedoch auch pathogene Prozesse wie Entzündungen, Allergien oder Autoimmunerkrankungen verstärken. „Ich freue mich sehr auf die neue gemeinsame Aufgabe, wissenschaftliche Innovation und Neugierde auf Unbekanntes sowie interdisziplinäres Forschen bei den Nachwuchsforschenden im Rahmen einer strukturierten Promotion fördern und weiterentwickeln zu dürfen. In den nächsten vier bis fünf Jahren werden wir gemeinsam mit allen Beteiligten auch die inhaltliche Ausrichtung der zweiten Förderperiode des Graduiertenkollegs erarbeiten, in der ich meinen Kollegen Rudolf Manz als Sprecher ablösen werde“, sagt Derer-Petersen. Eine Besonderheit des Graduiertenkollegs ist die strukturierte und interdisziplinäre Ausbildung mit starkem Fokus auf bioinformatische Datenanalyse. Diese Weiterentwicklung des Ausbildungsprogramms im Vergleich zu früheren Graduiertenkollegs ergibt sich aus der schnell wachsenden Bedeutung der bioinformatischen Auswertung immunologischer Prozesse. Neben medizinisch-naturwissenschaftlichen Forschungsprojekten ist ein eigenes bioinformatisches Projekt integriert. Promovierende erwerben dadurch Kenntnisse in Programmiersprachen, maschinellem Lernen und interdisziplinärer Kommunikation. Darüber hinaus starten die Doktorand*innen in zwei zeitlich überschneidenden Kohorten und profitieren so von einer nachhaltigen Peer-Learning-Struktur, die Austausch und Wissenstransfer gezielt fördert. Das Graduiertenkolleg ist Teil der Strategie der Universität zu Lübeck zur Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs in der translationalen Medizin. Es ist eng verknüpft mit dem Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) und bündelt Expertise aus Immunologie, Molekularmedizin, klinischer Forschung und Bioinformatik. Das Ausbildungskonzept basiert auf einem strukturierten Curriculum, Tandem-Betreuung, Retreats und einem interdisziplinären Qualifizierungsprogramm. Ziel ist es, Nachwuchsforschende gezielt auf wissenschaftliche Karrieren an der Schnittstelle von Forschung und klinischer Anwendung vorzubereiten und zu Experten in der Analyse und Bewertung komplexer immunologischer Prozesse zu qualifizieren. Ergänzt wird die wissenschaftliche Expertise durch Projektleitende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die als mitantragstellende Hochschule am Kolleg beteiligt ist. Beide Standorte profitieren von langjähriger Kooperation im Bereich der Entzündungsmedizin und vom Forschungsumfeld des Exzellenzclusters PMI. „Die Mitwirkung an der Ausbildung im Graduiertenkolleg bedeutet für mich, unsere Zukunft mitzugestalten – einerseits im Hinblick auf die Vermittlung wissenschaftlicher Exzellenz, andererseits auch bei der Vermittlung von Grundwerten wie einem korrekten Umgang mit Kolleg*innen und Kooperationspartner*innen“, erläutert Manz.
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