Antimikrobielle Resistenz bei COVID-19-Patienten weit verbreitet24. Juli 2023 © Saiful52 – stock.adobe.com (Symbolbild) Zwar werden COVID-19-Patienten mit bakteriellen Infektionen selten in Bezug auf eine Resistenz gegenüber Antimikrobiotika beurteilt, sie ist aber weit verbreitet. Das haben die Autoren einer Metaanalyse von Studien zu bakteriellen Co-Infektionen (identifiziert innerhalb von ≤48 h nach Vorstellung der Patienten) und Sekundärinfektionen (>48 h nach Vorstellung) bei ambulanten oder stationären Patienten mit COVID-19 festgestellt. Um Kohortenstudien, Fallserien, Fall-Kontroll-Studien und randomisierte, kontrollierte Studien mit Populationen von ≥50 Patienten zu identifizieren, die zwischen dem 01.01.2019 und dem 01.12.2021 in einer beliebigen Sprache veröffentlicht worden waren, durchsuchten die Wissenschaftler die COVID-19-Forschungsdatenbank der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bewertungen, Leitartikel, Briefe, Vorabdrucke und Konferenzberichte wurden ebenso ausgeschlossen wie Studien, in denen eine bakterielle Infektion nicht mikrobiologisch (oder nur durch einen Nasen-Rachen-Abstrich) bestätigt wurde. Die Forschenden ermittelten die gepoolte Prävalenz bakterieller Infektionen und antimikrobieller Resistenz, indem sie eine Random-Effects-Metaanalyse und Metaregression durchführten. Primäre Endpunkte waren die Prävalenz bakterieller Co-Infektionen und Sekundärinfektionen sowie die Prävalenz antibiotikaresistenter Erreger bei Patienten mit im Labor bestätigter COVID-19-Erkrankung und bakteriellen Infektionen. Eingeschlossen in die Analyse wurden schließlich 148 Studien mit insgesamt 362.976 Patienten. Die Prävalenz sekundärer bakterieller Infektionen lag bei 18,4% (14,0–23,7). 42 (28%) Studien enthielten umfassende Daten zur Prävalenz von Antibiotikaresistenzen bei bakteriellen Infektionen. Bei Personen mit bakteriellen Infektionen betrug der Anteil derjenigen, die gegen Antibiotika resistent waren, 60,8% (95%-KI 38,6–79,3) und der Anteil der resistenten Isolate 37,5% (95%-KI 26,9–49,5). Die Heterogenität in der gemeldeten Prävalenz der Antibiotikaresistenz in Organismen beurteilte die Arbeitsgruppe als beträchtlich (I2=95%). Fazit Die Resistenz gegenüber Antimikrobiata ist bei Patienten mit COVID-19 weit verbreitet. Es sind Forschungsanstrengungen auf diesem Gebiet dringend notwendig sind, ebenso wie eine Beobachtung der Situation, um die Auswirkungen von COVID-19 auf die Antibiotikaresistenz auf Patienten- und Bevölkerungsebene zu ermitteln. (ac) Autoren: Langford BJ et al. Korrespondenz: Bradley J. Langford; [email protected] Studie: Antimicrobial resistance in patients with COVID-19: a systematic review and meta-analysis Quelle: Lancet Microbe 2023;4(3):e179–e191. Web: https://doi.org/10.1016/S2666-5247(22)00355-X
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“" Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“ Mit der Gebührenordnung für Ärzte zum Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger (UV-GOÄ) kommt es zu deutlichen Verbesserungen für die Abrechnung arthroskopischer Operationen und der Grundleistungen.
Mehr erfahren zu: "DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“" DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“ Im Interview sprechen die drei Präsidenten des DKOU 2026 über Gesundheitspolitik, Herausforderungen für O & U und Programm-Highlights