Antiobitika nach HNO-Operationen30. Dezember 2019 Foto: ©Zerbor/Adobe Stock Nach chirurgischen Eingriffen am Schleimhautgewebe der Luft- und Speisewege findet häufig eine antibiotische Prophylaxe statt, doch die optimale Dauer einer solchen Prophylaxe ist unklar. Niederländische Mikrobiologen haben daher ein systematisches Review durchgeführt, um eine Kurzzeitprophylaxe (≤ 24 Stunden) mit einer verlängerten Prophylaxe (≥ 72 Stunden) nach Operationen an Ohr, Nase, Rachen- und Mundraum zu vergleichen. Die Literaturrecherche wurde in PubMed durchgeführt und beinhaltete prospektive Studien, welche die antibiotischen Prophylaxen mit den genannten Zeiträumen bei betreffenden HNO-Operationen verglichen. Zur Meta-Analyse fand der Mantel-Haenszel-Schätzer mit festen Effekten Anwendung. Als Hauptziele wurden das relative Risiko (RR) einer Infektion der OP-Wunde, der mikrobielle Ursprung der Infektion, Nebenwirkungen, Dauer des Klinikaufenthalts sowie die Behandlungskosten, festgelegt. Bei der Meta-Analyse wurden 21 Artikel berücksichtigt, die die Daten von insgesamt 1974 Patienten umfassten. Bei den Patienten, die eine Kurzzeit-Prophylaxe erhielten, ließ sich im Vergleich zu den Patienten mit einer verlängerten Prophylaxe kein signifikanter Unterschied hinsichtlich des Auftretens von postoperativen Infektionen innerhalb der gepoolten Population (RR 0,90; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,67–1,19) feststellen. Auch bei einem separaten Vergleich der einzelnen Operationsareale konnte hinsichtlich der Länge der Prophylaxe und deren Auswirkung kein signifikanter Unterschied gefunden werden. Patienten, die eine verlängerte antibiotische Prophylaxe erhielten entwickelten jedoch signifikant häufiger Nebenwirkungen, die aber nicht mit den Operationsarealen in Verbindung standen (RR 2,40; 95 %- KI 1,20–3,54). Die Autoren ziehen das Fazit, dass im beschriebenen Setting eine antibiotische Kurzzeitprophylaxe empfehlenswerter erscheint, es sei denn, das Vorliegen bestimmter dokumentierter Bedingungen sprächen für eine verlängerte Prophylaxe. Durch Anwendung der Kurzzeitprophylaxe könnten außerdem eine Resistenzentwicklung sowie höhere Behandlungskosten vermieden werden. (am)
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