Antivirale Medikamente gegen SARS-CoV-2-Varianten

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Dem Schutz vulnerabler Patienten kommt in den kommenden Monaten große Bedeutung zu. Gezielt und früh angewendet bieten antivirale Medikamente die Möglichkeit, das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe zu senken.

Zu den Faktoren zur Identifikation vulnerabler Patienten gehören: ein Alter von über 60 Jahren, Übergewicht (BMI >25), Diabetes, kardiovaskuläre Grunderkrankungen, chronische Nieren- und Lungenerkrankungen, aktuelles Rauchen, immunsuppressive Erkrankung oder Therapie oder aktive Krebserkrankung.

„Die Bevölkerungsgruppe mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Verläufe umfasst laut RKI über die Hälfte der deutschen Bevölkerung ab 15 Jahren“, erklärte Dr. Astrid Weber, Koblenz.

Seit Jahresbeginn steht mit Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid®) eine wirksame orale, antivirale Therapie zur Verfügung. In der Zulassungsstudie EPIC-HR konnte im Vergleich mit Placebo eine Reduktion des Risikos einer Hospitalisierung oder eines Todes jeglicher Ursache um 88% gezeigt werden, wenn die Behandlung innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn begonnen wurde.

Die Studienergebnisse demonstrierten neben der Reduktion der Viruslast auch eine Wirksamkeit bei verschiedenen SARS-CoV-2-Varianten, inklusive der aktuell in Deutschland vorherrschenden Omikron-Varianten. Das ist auf den Wirkmechanismus von Nirmatrelvir/Ritonavir zurückzuführen. Die Komponente Nirmatrelvir hemmt die virale Protease Mpro und zielt nicht auf das Spike-Protein.

Um sich schnell über Wechselwirkungen zu informieren, empfiehlt Weber den Drug Interactions Checker der University of Liverpool https://www.covid19-druginteractions.org/checker. Und sie fügte hinzu: „Durch das neue Dispensierrecht ist die Möglichkeit geschaffen worden, Paxlovid noch schneller abzugeben.“ Bis zu 5 Therapieeinheiten dürfen bevorratet werden.

Dr. Karl J. Drachenberg

Quelle: Pressekonferenz in Berlin, 20.09.2022; Veranstalter: Pfizer Pharma GmbH