Anzahl der Naevi an Extremitäten als klinischer Marker21. Mai 2019 © Андрей Котомин – fotolia.com Das vermehrte Auftreten von Naevi deutet auf ein erhöhtes Risiko hin, ein Melanom zu entwickeln. Diese etablierte, jedoch sehr allgemeine Aussage wurde durch die Ergebnisse einer kürzlich im „Journal of the American Academy of Dermatology“ publizierten Kohortenstudie präzisiert. Ein Autorenteam der Harvard Medical School untersuchte den Zusammenhang zwischen der Anzahl von Naevi an den Extremitäten und dem Risiko an einem Melanom oder an nicht-melanozytärem Hautkrebs zu erkranken. Dazu evaluierten sie prospektive Kohorten von 176.317 Frauen (Daten aus der Nurses‘ Health Study, 1986–2012 und der Nurses‘ Health Study 2, 1989–2013) und 32.383 Männern (Daten aus der Health Professionals Follow-up Study, 1986–2012). Die Informationen zur Anzahl der Naevi (keine, 1–5, 6–14, ≥15) wurden zu Baseline erhoben. Es kam zu 1704 Fällen von Melanomen, 2296 Fällen von Plattenepithelkarzinomen und 30.457 Fällen von Basalzellkarzinomen; die Zahl der Personenjahre für Melanom betrug 4.655.043, die für nicht melanozytären Hautkrebs 4.267.708. Das Auftreten von Naevi an den Extremitäten war mit einem erhöhten Melanomrisiko in allen Körperregionen sowie einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Basalzellkarzinomen assoziiert. Individuen mit 15 oder mehr Naevi wiesen im Vergleich zu Individuen ohne jegliche Naevi an den Extremitäten das höchste Risiko für Melanom und Basalzellkarzinom auf (Risikoquotient für Melanom 2,79; 95%-Konfidenzintervall [KI] 2,04–3,83). Der Risikoquotient für Basalzellkarzinome betrug 1,40 (95%-KI 1,32–1,49). Für das Auftreten von Plattenepithelkarzinomen wurde kein Zusammenhang mit der Anzahl von Naevi ermittelt. Die Autoren schränken die Aussagekraft der Untersuchung dahingehend ein, dass bei der Zählung der Naevi auch Selbstuntersuchungen berücksichtigt wurden, kommen aber zu dem Fazit, dass die Anzahl von Naevi an den Extremitäten als hilfreicher klinischer Marker für die individuelle Risikoabschätzung hinsichtlich Melanome und Basallzellkarzinome in allen Körperregionen dienen kann. Fazit Das Auftreten von Naevi an den Extremitäten ist mit einem erhöhten Melanomrisiko in allen Körperregionen sowie einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Basalzellkarzinomen assoziiert. (am) Autor: Wei et al. Korrespondenz: Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School, Boston, MA, USA Studie: Extremity nevus count is an independent risk factor for basal cell carcinoma and melanoma, but not squamous cell carcinoma Quelle: J Am Acad Dermatol 2019;80(4):970–978. Web: https://doi.org/10.1016/j.jaad.2018.09.044