Aortenstenose: Hinweise auf krankheitsmodifizierenden Effekt von SGLT-2-Inhibitoren3. Juli 2025 © Yurii Kibalnik – stock.adobe.com (Symbolbild) Lässt sich das Fortschreiten einer Aortenstenose (AS) medikamentös verlangsamen? Die Daten einer retrospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie geben erste Hinweise, dass dies unter Verwendung von SGLT-2-Inhibitoren (SGLT2i) möglich sein könnte. Mediziner von der Yale University School of Medicine, USA, verwendeten dazu retrospektive elektronische Krankenakten des Yale New Haven Health System (Januar 2016 bis September 2022). Eingeschlossen wurden Patienten mit nativer Aortenklappensklerose oder nichtschwerer AS mit einer echokardiographischen Nachbeobachtungszeit von ≥12 Monaten. Patienten wurden ausgeschlossen, wenn sie eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate <30 ml/min/1,73 m² hatten oder >1 Jahr vor dem Index-Echokardiogramm mit der Einnahme von SGLT2i begonnen hatten. In einer Target Trial Emulation verglichen die Forscher unter diesen die Wirkung der Einleitung einer SGLT2i-Therapie bei 458 Patienten (medianer Einnahmezeitraum 0,9 Jahre) mit 11.240 Kontrollpatienten, denen nie SGLT2i verschrieben wurde. Der vorab festgelegte primäre Endpunkt war das Fortschreiten zu einer schweren AS. Die Patienten, die SGLT2i einnahmen, waren jünger und wiesen höhere Raten an Diabetes und chronischen Nierenerkrankungen auf, wie Tayyab Shah und Kollegen in „JACC: Cardiovascular Interventions“ erläutern. Patienten, die SGLT2i einnahmen, hatten häufiger eine LVEF ≤40%. Es gab keine Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich des Ausgangswerts der AS-Schwere (66% Sklerose, 23% leichte Stenose und 11% mittelschwere Stenose in der Gesamtkohorte). Patienten, denen jemals SGLT2i verschrieben worden waren, entwickelten seltener eine schwere AS (HR 0,61; 95%-KI 0,39–0,94; p=0,03), wobei das Risiko bei Patienten, die SGLT2i über einen Zeitraum von >3, 6 und 12 Monaten einnahmen, zunehmend geringer war (HR 0,54; 95%-KI 0,48 bzw. 0,27). FazitDie Beobachtungsstudie legt nahe, dass SGLT2i das Fortschreiten einer nichtschweren AS verlangsamen könnte. (ah) Autoren: Shah T et al.Korrespondenz: Alexandra J. Lansky; [email protected]Studie: Effect of Sodium-Glucose Cotransporter-2 Inhibitors on the Progression of Aortic StenosisQuelle: JACC Cardiovasc Interv 2025;18(6):738–748. Web: https://doi.org/10.1016/j.jcin.2024.11.036
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