Appell an Eltern: Tabakfreie Haushalte schaffen, um Kinder vom Rauchen und „Dampfen“ abzuhalten8. Oktober 2020 Foto: © Dinno/Adobe Stock Die meisten Eltern wissen oder vermuten, wenn ihr Kind raucht. Wenn es aber „dampft“, ist es viel weniger wahrscheinlich, dass die Eltern dies bemerken. So lautet das Ergebnis einer großen Studie aus den USA. An der Untersuchung nahmen mehr als 23.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 12–17 Jahren teil. Die Forscher fanden auch heraus, dass Kinder mit geringerer Wahrscheinlichkeit überhaupt erst mit dem Tabakkonsum beginnen, wenn ihre Eltern strenge Regeln in dieser Hinsicht festlegen – Regeln, die für die gesamte Familie gelten. Nur mit Kindern über Rauchverzicht zu sprechen, stellte sich in der Studie als weitaus weniger effektiv heraus. „Wir wissen, dass das Schaffen tabakfreier Haushalte ein wichtiges Instrument ist, um zu verhindern, dass Kinder rauchen“, erklärt Seniorautor Benjamin Chaffee von der University of California in San Francisco (USA). „Bislang in Studien nicht untersucht wurde, wie sich tabakfreie Haushalte im Vergleich zu anderen Ansätzen auswirken, und in welchem Ausmaß Regeln für einen tabakfreien Haushalt bei anderen Tabakprodukten und über das Rauchen hinaus helfen können.“ In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Raucherlandschaft dramatisch verändert. Das trifft insbesondere auf Jugendliche zu: Hier ist der Konsum herkömmlicher Zigaretten zwar zurückgegangen, der von elektronischen Zigaretten aber stark angestiegen. Im vergangenen Jahr hatten die Centers for Disease Control and Prevention in den USA berichtet, dass mehr als jeder vierte Schüler „dampft“. Für die neue Studie verwendeten deren Autoren Daten aus der PATH-Studie (Population Assessment of Tobacco and Health), um das Bewusstsein der Eltern für den Tabakkonsum von Jugendlichen zu untersuchen. Gegenstand der Analyse war auch, welche Rolle Haushaltsregeln in Bezug auf Tabakkonsum spielen, wenn es darum geht, Kinder vom Rauchen abzuhalten. Neben Zigaretten und E-Zigaretten wurden in der Studie nicht brennbare Produkte (einschließlich Zigarren, Pfeifen, Wasserpfeifen und Bidis [zigarettenähnliches Tabakprodukt]) sowie rauchlosen Tabak (einschließlich Schnupftabak, Kautabak, Snus [Oraltabak] und löslichen Tabak) untersucht. Es stellte sich heraus, dass Eltern eher wussten oder vermuteten, dass ihr Kind ein Tabak- oder Nikotinprodukt konsumierte, wenn das Kind älter, männlich und weiß war und mit einem Tabakkonsumenten zusammenlebte. Die Wahrscheinlichkeit war auch höher, wenn der Bildungsstand der Eltern eher niedrig war. Zudem hatten offenbar Mütter eine feinere Nase für heimlichen Tabakkonsum ihrer Kinder als Väter. Die Forscher fanden auch heraus, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die in Haushalten mit den strengsten Vorschriften bezüglich eines Tabakkonsums leben, 20–26% weniger häufig mit dem Rauchen oder Dampfen beginnen als Jugendliche aus Familien mit den freizügigsten Regeln. „Das geringe Bewusstsein der Eltern für den Gebrauch von E-Zigaretten steht im Gegensatz zur Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in Bezug auf das Vaping unter Jugendlichen“, betont Koautorin Tsu-Shuan Wu, ebenfalls von University of California in San Francisco. „Der Tabakkonsum von Jugendlichen ist unabhängig vom verwendeten Tabakprodukt ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit, und Eltern spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Tabakprävention. Eine tabakfreie häusliche Umgebung zu schaffen, ist ein Ansatz, mit dem Eltern Normen und Erwartungen bezüglich des Tabakkonsums festlegen können“, erklärt sie. „Für Gesundheitsberufler sollte eine Sensibilisierung der Eltern Teil der allgemeinen Beratung und der Unterstützung der Tabakprävention sein.“
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