Arthur-Schlossmann-Preis für Kinderradiologin1. August 2018 PD Dr. Diane Renz, Oberärztin an der Sektion Kinderradiologie am Universitätsklinikum Jena (UKJ), erhält als erste Kinderradiologin den Arthur-Schlossmann-Preis der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie e.V. (Foto: UKJ/Schroll) Erstmals erhält eine Kinderradiologin die Auszeichnung der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie e.V.. PD Dr. Diane Renz, Oberärztin an der Sektion Kinderradiologie am Universitätsklinikum Jena (UKJ), ist für ihre Forschungsarbeit zur Verträglichkeit von Magnetresonanz (MR)-Kontrastmitteln bei Kindern und Jugendlichen mit dem Arthur-Schlossmann-Preis der Sächsisch-Thüringischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie e.V. ausgezeichnet worden. Sie ist die erste Kinderradiologin, die den mit 1500 Euro dotierten Preis erhält. Der Preis würdigt jährlich besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin. Kontrastmittel werden bei magnetresonanztomografischen Untersuchungen eingesetzt, um etwa die Durchblutung von entzündlichen Veränderungen oder Tumoren zu beurteilen. Die aus der Substanz Gadolinium bestehenden MR-Kontrastmittel werden je nach ihrer chemischen Struktur in zwei Untertypen eingeteilt – die weniger stabilen linearen und die stabilen makrozyklischen Substanzen. „Für erwachsene Patienten wurde nachgewiesen, dass die linearen MR-Kontrastmittel zu einem Herauslösen des Gadoliniums führen können, die mögliche Ablagerungen der Substanz im Gehirn zur Folge haben können“, erklärte Renz. Die Arbeitsgruppe um Renz und Prof. Hans-Joachim Mentzel, Sektionsleiter der Kinderradiologie am UKJ, hat nun zum ersten Mal in einem Vergleich zwischen einem linearen und einem makrozyklischen MR-Kontrastmittel überprüft, ob sich Gadolinium bei Kindern und Jugendlichen im Gehirn ablagern kann. Die Studienergebnisse zeigen: Während das makrozyklische Kontrastmittel keine Veränderungen im Gehirn verursacht, scheint das linearkettig aufgebaute Kontrastmittel zu solchen Ablagerungen in tiefen Hirnkernen zu führen. „Dass derartige Ablagerungen Krankheitssymptome verursachen, ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht belegt“, sagte Renz. Aufgrund ihrer geringeren Stabilität ruht die Zulassung der weniger stabilen linearen MR-Kontrastmittel für die Anwendungen seit ein paar Monaten in Deutschland. „Ähnlich wie bei erwachsenen Patienten müssen daher auch bei Kindern und Jugendlichen stabile makrozyklische Kontrastmittel eingesetzt werden, um Gadolinium-Ablagerungen zu vermeiden“, resümierte die Radiologin. „Wir müssen demnach nicht komplett auf die Gabe von MR-Kontrastmitteln verzichten. Es ist jedoch wichtig, das richtige Kontrastmittel einzusetzen und die Indikationen sorgfältig zu prüfen.“
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