Arzneimittel- und Impfstoffknappheit in der Veterinärmedizin: Informationsfluss noch zu träge9. November 2022 Tierärztin im Gespräch mit Landwirt Foto: © highwaystarz-stock.adobe.com Engpässe bei Human- und Tierarzneimitteln sind in der Europäischen Union (EU) kein neues Phänomen, aber ihre exponentielle Zunahme in den letzten Jahren ist auffällig. Um herauszufinden, wie die Situation in der tierärztlichen Praxis ist, hat der Europäische Tierärzteverband (FVE) zusammen mit der Vereinigung Europäischer Tierärzte (UEVP) Ende September eine Umfrage gestartet. An der Umfrage haben 22 nationale Tierärzteverbände/-kammern aus 17 europäischen Ländern (Luxemburg, Kroatien, Schweden, Litauen, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Dänemark, Island, Italien, Niederlande, Griechenland, Finnland, Slowenien, Zypern, Lettland, Schweiz und Rumänien) sowie die beiden europäischen Berufsverbände Federation of European Equine Veterinary Associations (FEEVA) und die Poultry Veterinary Study Group (PVSG) teilgenommen wie der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) mitteilte. Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Engpässe bei Tierarzneimitteln und Impfstoffen in fast allen Ländern ein zunehmendes Problem darstellen und in vielen verschiedenen Kategorien zu beobachten sind, so z. B. bei Impfstoffen (sowohl für Nutztiere als auch für Haustiere und Pferde), Antibiotika, nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAIDs), Antiparasitika u. a. Für Tierärzte gestaltet es sich in den meisten Ländern nicht einfach, zuverlässige Informationen über die Dauer und Gründe für den Mangel, aber vor allem über mögliche Alternativen zu erhalten. Ursachen und Schlussfolgerungen Als die vier Hauptgründe für Arzneimittelengpässe haben sich wirtschaftliche Probleme, Herstellungs- und Qualitätsprobleme, regulatorische Probleme und Probleme in der Lieferkette herauskristallisiert. Festgestellt werden konnte auch, dass es derzeit keinen guten Informationsfluss über laufende oder zu erwartende Engpässe bei Tierarzneimitteln sowie deren Dauer und Ausmaß in der EU gibt. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und die Leiter der Arzneimittelbehörden in der EU versuchen, solche Probleme anzugehen und die Kommunikation über laufende oder zu erwartende Engpässe zu verbessern, so der bpt weiter. Dennoch müssen die zuständigen Behörden die Entwicklung eines Informationsmechanismus beschleunigen, um Engpässe zu erkennen und als zentrale Anlaufstelle für die einfache Benachrichtigung der Praktiker über diese Engpässe, ihre Dauer und ihr Ausmaß zu fungieren. Die FVE verfolgt die Situation aufmerksam und sensibilisiert die Regulierungsbehörden und relevanten Interessengruppen. In Deutschland werden Lieferengpässe von Tierarzneimitteln an die Abteilung Tierarzneimittel, Referat 317/Inspektionen und Post-Marketing, des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (E-Mail: [email protected] ) gemeldet. Die kompletten Ergebnisse der FVE-Umfrage zu Tierarzneimittelengpässen können hier eingesehen werden: 2022_11_08_FVE-Umfrage-TAM-Lieferengpaesse.pdf (tieraerzteverband.de)
Mehr erfahren zu: "BTK zur Schädlingsbekämpfung in der Lebensmittelkette" BTK zur Schädlingsbekämpfung in der Lebensmittelkette Für intensive Diskussionen sorgen bundesweit die geplanten Änderungen im Zuge der Neubewertung von Rodentiziden mit Antikoagulanzien auf EU-Ebene, wie die Bundestierärztekammer (BTK) mitteilt. Demzufolge sollen antikoagulante Rodentizide künftig nur noch […]
Mehr erfahren zu: "Erneut Trichinen bei Wildschwein in Teltow-Fläming entdeckt" Erneut Trichinen bei Wildschwein in Teltow-Fläming entdeckt Im Landkreis Teltow-Fläming war erneut ein Wildschwein mit Trichinen befallen. Das verdeutlicht, warum die Trichinenuntersuchung weiterhin wichtig ist. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gab es 2025 einige Funde des […]
Mehr erfahren zu: "Aktuelles zur Tollwut in Deutschland" Aktuelles zur Tollwut in Deutschland Am 10. Februar 2026 wurde in Rheinland-Pfalz bei einem aus der Russischen Föderation eingeführten jungen Hund eine Infektion mit dem Rabiesvirus (RABV) amtlich festgestellt und durch das Nationale Referenzlabor (NRL) bestätigt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weist darauf hin, dass […]