Arzneimittelunverträglichkeit: Entwicklung von Toleranzen7. November 2017 Bild: © hafakot – fotolia.com Nichtsteroidale anti-inflammatorische Wirkstoffe (NSAID) zählen zu den häufigsten Triggern einer Arzneimittelunverträglichkeit mit einer NSAID-induzierten Urtikaria/Angioödem (NIUA) als häufigstem Phänotyp. Ein Verlust der Hypersensitivität ist für IgE-vermittelte Reaktionen bekannt, wurde aber bislang nicht in Bezug auf nicht immunologische Reaktionen wie NIUA untersucht. Spanische Allergologen evaluierten nun die NSAIW-Hypersensitivität bei NIUA-Patienten über einen längeren Zeitraum. Patienten (n=38), die zwischen 2005 und 2012 (V1) durch einen positiven Provokationstest mit Acetylsalicylsäure (ASS) als NIUA diagnostiziert wurden, wurden durch einen erneuten Provokationstest mit ASS oder anderen NSAIW prospektiv re-evaluiert; dies geschah an zwei Zeitpunkten zwischen 2013 und 2015 (V2 und V3). Atopie wurde mittels Pricktest unter Verwendung inhalativer Allergene oder Nahrungsmittelallergene festgestellt. Die Patienten wurden an V1 untersucht, ebenso an V2 (nach 60 Monaten) und V3 (weitere 18 Monate). Zu V2 tolerierte die Mehrheit (24; 63,15 %) ASS und andere NSAIW (Gruppe A), während 14 (36,84 %) weiterhin reagierten (Gruppe B). An V3 bleiben alle Patienten aus Gruppe A tolerant, alle Patienten der Gruppe hypersensitiv. Die Anzahl früherer Episoden, die zu V1 berichtet wurden, sowie der Anteil der durch ASS induzierten Reaktionen traten in Gruppe A signifikant seltener auf. Die Gruppe-A-Patienten entwickelten median 72 Monate (45-87) nach ihrer letzten evaluierten Reaktion (V1) eine Toleranz. Dieses Intervall war bei nicht atopischen Patienten kürzer, ebenso bei denen, die eine Reaktion innerhalb 1 Stunde nach NSAIW-Einahme zeigten oder eine isolierte Urtikaria nach NSAIW-Einnahme entwickelten. NIUA-Patienten können nach Ergebnis dieser Studie über einen längeren Zeitraum eine Toleranz gegenüber NSAIW entwickeln; dieser Prozess scheint durch Atopie und Art der klinischen Reaktion beeinflusst zu werden.
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