ASCO 2024: Telemedizin bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs für die frühe Palliativbehandlung genauso effektiv wie persönliche Betreuung14. Juni 2024 Bild: ©InsideCreativeHouse – stock.adobe.com Neue Forschungsergebnisse untermauern die Bereitstellung von Palliativversorgung per Telemedizin als effektive Alternative zu persönlichen Arztbesuchen für Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs und bieten vergleichbare Vorteile für die Lebensqualität. Vorgestellt wurden sie auf der Jahrestagung 2024 der American Society of Clinical Oncology (ASCO), die vom 31. Mai bis 4. Juni in Chicago, USA, stattgefunden hat. „Bei Patienten mit fortgeschrittenem Nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) zeigt die Forschung, dass eine frühe Palliativversorgung die Patienten-Outcomes verbessert, einschließlich des Überlebens. Diese große, randomisierte Studie hat gezeigt, dass die Bereitstellung von Palliativversorgung per Telemedizin machbar ist und zu Ergebnissen führt, die mit der persönlichen Betreuung vergleichbar sind. Die Ergebnisse unterstreichen das erhebliche Potenzial für einen verbesserten Zugang und eine breitere Verbreitung der Palliativversorgung zur Verbesserung der Patientenergebnisse“, kommentierte Dr. Charu Aggarwal, Leslye M. Heisler Associate Professor for Lung Cancer Excellence und Direktor für Innovation in der Präzisionsonkologie, Penn Center for Cancer Care Innovation an der University of Pennsylvania, USA, für die ASCO. Über die Studie „Telemedizin hat das Potenzial, die Belastung von Patienten, Ärzten und Gesundheitsressourcen erheblich zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität der Versorgung aufrechtzuerhalten. Unsere Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit für Gesundheitssysteme und politische Entscheidungsträger, Telemedizin breiter in evidenzbasierte Standards der Palliativversorgung aufzunehmen“, erklärte der leitende Studienautor Dr. Joseph Greer, Co-Direktor des Cancer Outcomes Research & Education Program am Massachusetts General Hospital. An dieser randomisierten vergleichenden Studie zur Wirksamkeit nahmen 1250 Patienten mit kürzlich diagnostiziertem fortgeschrittenen NSCLC teil. Die Patienten erhielten alle vier Wochen Termine zur Palliativversorgung. Diese wurden für diejenigen, die für die Telemedizingruppe randomisiert worden waren, per Videobesuch durchgeführt wurden und persönlich für jene in der Gruppe mit traditioneller Versorgung. Diese Termine befassten sich mit körperlichen und psychischen Symptomen, Krankheitsbewältigung, Krankheitsverständnis, Präferenzen hinsichtlich der Versorgung und Behandlungsentscheidungen. Die Patienten waren im Durchschnitt 65,5 Jahre alt; 54,0% identifizierten sich als Frauen, 66,7% waren verheiratet oder in einer Partnerschaft. Die ethnische Zusammensetzung war 10,4% afroamerikanisch oder schwarz, 5,2 % asiatisch 82,7% weiß und 4,8% hispano- oder lateinamerikanisch. Wichtige Ergebnisse In Woche 24 waren die Lebensqualitätswerte der Patienten in der Telemedizin- und der persönlichen Gruppe statistisch gleichwertig (99,67 vs. 97,67 auf einer Skala von 0 bis 136). Die Rate der Beteiligung der Pflegenden war in der Telemedizingruppe im Vergleich zur persönlichen Gruppe signifikant niedriger (36,6% vs. 49,7%). Die beiden Studiengruppen unterschieden sich nicht signifikant in Bezug auf von den Patienten gemeldete Depressionen, Angstzustände oder Bewältigungsfähigkeiten. Nächste Schritte Künftige Forschung wird untersuchen, ob bestimmte Patientensubgruppen mehr von Telemedizin oder persönlicher Betreuung profitieren, einschließlich Bewertungen basierend auf Alter und technologischer Kompetenz. Darüber hinaus wird der Einfluss beider Behandlungsmethoden auf die Qualität der Sterbebegleitung untersucht, insbesondere in Bezug auf die Kommunikation zwischen Patient und Arzt über Behandlungspräferenzen, um die Protokolle der Palliativversorgung weiter zu verfeinern und zu optimieren. Diese Studie wurde vom Patient-Centered Outcomes Research Institute (PCORI) im Rahmen der Phased Large Awards for Comparative Effectiveness Research (PLACER) finanziert.
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