Assoziation zwischen Schlafmuster und Adipositas

© wernerimages – stock.adobe.com

In einer Population von Probanden lateinamerikanischer Abstammung im jungen sowie im mittleren Erwachsenenalter haben die Autoren einer kürzlich veröffentlichten Studie einen umgekehrten linearen Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und der Adipositasprävalenz entdeckt.

Dabei war die Gewohnheit, tagsüber ein Nickerchen zu halten, eng mit einer Adipositas assoziiert, wie die Wissenschaftler berichten. Sie fordern interventionelle Unter­suchungen und Längsschnittstudien, um besser zu verstehen, wie anomale Schlafmuster zur Adipositas­epidemie beitragen.

Zwar sei über Zusammenhänge zwischen häufigem schlechten Schlaf und einem erhöhten Risiko für Adipositas schon früher berichtet worden, jedoch seien in diesen Untersuchungen durchaus unterschiedliche Ergebnisse erzielt worden, schreiben die Autoren um Erstautor Dr. José S. Loredo von der Abteilung für Schlafmedizin des Veterans Affairs Healthcare System in San Diego.

Bei der aktuellen Arbeit handelte es sich um eine Querschnittstudie, für die Daten einer multizentrischen, bevölkerungsbasierten Kohorte von 2156 Teilnehmern im Alter von 18 bis 64 Jahren aus der Hispanic Community Health Study/Study of Latinos (HCHS/SOL) analysiert wurden. Es erfolgte eine Kontrolle der Daten im Hinblick auf Alter, Geschlecht, ethnischen Hintergrund, Wohnort, Einkommen, Bildungsstand und Apnoe-Hypopnoe-Index.

Die Probanden trugen 7 Tage lang Aktigraphen am Handgelenk. Eine Adipositas war definiert als ein BMI ≥30 kg/m2. Von einer abdominalen Fett­leibigkeit ging man bei einem Taillen­umfang ≥88 cm bei Frauen bzw. ≥102 cm bei Männern aus. Ein 15-minütiges Nickerchen pro Woche definierte in der Studie die Gewohnheit, häufiger als 1-mal in der Woche tagsüber ein 15-minütiges Schläfchen zu halten.

Die Wissenschaftler beobachteten einen inversen linearen Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Adipositasprävalenz (plinearer Trend ≤0,01). Eine Reduktion des Schlafes um 1 Stunde erhöhte die Prävalenz von Fettleibigkeit um 4,1% (95%-KI 1,6–6,6; p=0,002) und die Prävalenz abdominaler Fettleibigkeit um 3,6% (95%-KI 1,1-6,1; p=0,007). Ein Schläfchen tagsüber erhöhte die Adipositasprävalenz um 10,4% (95%-KI 3,5–17,3; p=0,004) und die Prävalenz abdominaler Fettleibigkeit um 7,1% (95%-KI 1,0–13,2; p=0,02).

Fazit
Ein Nickerchen am Tag war in der Studie eng mit Adipositas assoziiert. Interventions- und Längsschnittstudien sind erforderlich, um besser zu verstehen, wie abnormale Schlafmuster zur Adipositas-Epidemie beitragen. (ac)

Autoren: Loredo JS et al.
Korrespondenz: José S. Loredo; [email protected]
Studie: Sleep Patterns and Obesity: Hispanic Community Health Study/Study of Latinos Sueño Ancillar Study
Quelle: Chest 2019;156:348–356.
Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2018.12.004