Assoziation zwischen Übergewicht der Mutter und künftiger Erkrankung der Kinder

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Eine Adipositas bei Müttern scheint mit der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes bei ihren Kindern assoziiert zu sein, mögliche Zusammenhänge mit einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) waren bisher noch unklar.

Im Rahmen der schwedischen, landesweiten ESPRESSO-Kohortenstudie identifizierten Forschende alle Personen im Alter von ≤25 Jahren, bei denen zwischen 1992 und 2016 eine mittels Biopsie verifizierte NAFLD diagnostiziert wurde (n=165). Diese wurden nach Alter, Geschlecht und Kalenderjahr mit bis zu 5 Kontrollen abgeglichen (n=717). Durch eine Verknüpfung mit dem landesweiten medizinischen Geburtenregister (MBR) erhielten die Wissenschaftler Daten zum mütterlichen Body-Mass-Index (BMI) in der Frühschwangerschaft und zu möglichen Störfaktoren, um adjustierte OR (aOR) für eine NAFLD bei den Nachkommen zu berechnen.

Es zeigte sich, dass der mütterliche BMI mit einer NAFLD bei den Kindern assoziiert war. Folgende aOR gab es: 0,84 (95%-KI 0,14–5,15) bei untergewichtigen Frauen, 1,0 als Referenz bei normalgewichtigen, 1,51 (95%-KI 0,95–2,40) bei übergewichtigen und 3,26 (95%-KI 1,72–6,19) bei fettleibigen Frauen.

Eine schwere NAFLD (durch Biopsie nachgewiesene Fibrose oder Zirrhose) war ebenfalls häufiger bei den Kindern übergewichtiger (aOR 1,94; 95%-KI 0,96–3,90) und adipöser (aOR 3,67; 95%-KI 1,61–8,38) Mütter nachzuweisen. Die Assoziationen waren ähnlich, wenn man die mütterliche Präeklampsie und den Gestationsdiabetes berücksichtigte.

Sozioökonomische Parameter (Rauchen, außerhalb der nordischen Länder geborene Mutter und eine Grundschulbildung <10 Jahre) waren ebenfalls mit NAFLD bei den Nachkommen assoziiert, änderten jedoch in einem multivariablen Modell nicht wesentlich die Effektgröße des mütterlichen BMI.

Fazit
Diese Studie belegt eine starke Assoziation zwischen Übergewicht/Adipositas bei der Mutter und künftiger NAFLD bei ihren Kindern. Diese ist unabhängig von sozio­ökonomischen und metabolischen Parametern und zeigt, dass die hohe Adipositas-Prävalenz bei jungen Menschen zu einem höheren Risiko für eine Fettleber bei deren Nachkommen führen könnte. (je)

Autoren: Hagström H et al.
Korrespondenz: Hannes Hagström; [email protected]
Studie: Maternal obesity increases the risk and severity of NAFLD in offspring
Quelle: J Hepatol 2021;75(5):1042–1048.
Web: https://doi.org/10.1016/j.jhep.2021.06.045