Asthma bei Kindern: Städtische Faktoren verstärken Morbidität

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Kinder mit Asthma, die in einer städtischen Umgebung leben, sind unverhältnismäßig stark von der Erkrankung belastet. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler Torie L. Grant und Robert A. Wood von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, USA, in einem Review-Beitrag zum Einfluss städtischer Belastungen auf das kindliche Asthma.

Danach leiden Kinder in städtischer Umgebung häufiger an der Atemwegserkrankung, zeigen häufiger Asthmasymptome und Exazerbationen und suchen wegen der Beschwerden öfter die Notaufnahme auf bzw. haben deswegen mehr Krankenhausaufenthalte.

Als Faktoren, die zur Morbidität durch Asthma bei Kindern beitragen, nennen die Autoren die Exposition gegenüber Schädlingsallergenen, Schimmelpilzen, Endotoxinen sowie die Luftverschmutzung in Innenräumen und im Freien. Kinder, die in städtischen Vierteln leben, sind auch mit ungleichen sozialen Gesundheitsfaktoren konfrontiert, wie zum Beispiel erhöhter Armut, minderwertiger Wohnqualität, erhöhten Raten von Fettleibigkeit und erhöhtem chronischen Stress.

Diese Ungleichheiten können den Autoren zufolge wiederum das Risiko einer städtischen Exposition erhöhen und die Asthmamorbidität verstärken, da schlechte Wohnverhältnisse ein Risikofaktor für Schädlingsbefall und Schimmelpilzbelastung sind und Armut ein Risikofaktor für die Exposition gegenüber Luftverschmutzung ist.

Maßnahmen zur Verringerung der Allergenkonzentration in der Wohnung hätten zu uneinheitlichen Ergebnissen geführt, während sich Maßnahmen auf Bevölkerungsebene, darunter Rauchverbote an öffentlichen Orten und Gesetze zur Verringerung der verkehrsbedingten Luftverschmutzung, als erfolgreich erwiesen hätten, wenn es darum ging, die Asthmamorbidität zu verringern und die Lungenfunktion zu verbessern, erklären die Wissenschaftler.

Fazit
Kinder mit Asthma, die in einer städtischen Umgebung leben, sind unverhältnismäßig stark von der Erkrankung belastet. Angesichts der Schnittstelle und der Synergie zwischen städtischen Belastungen und sozialen Gesundheitsfaktoren seien wahrscheinlich Änderungen auf Bevölkerungs- und Gemeindeebene erforderlich, um die übermäßige Asthmabelastung von Kindern in städtischen Wohngebieten zu verringern, resümieren die Autoren. (ej)

Autoren: Grant TL et al.
Korrespondenz: Torie L. Grant; [email protected]
Studie: The influence of urban exposures and residence on childhood asthma
Quelle: Pediatr Allergy Immunol 2022;33(5):e13784.
Web: https://doi.org/10.1111/pai.13784