Asthma: Relativ häufiger Einsatz oraler Corticosteroide

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Orale Corticosteroide (OCS) werden bei der Behandlung von Asthmapatienten in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien häufig eingesetzt, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung seien wichtig für Fach- und Hausärzte, die Patienten mit schwerem, unkontrolliertem Asthma versorgen, betonen die Autoren.

Die Forscher nutzten für ihre Studie Daten aus elektronischen Patientenakten aus dem Zeitraum von Juli 2011 bis Februar 2018. Eingeschlossen in die Analyse wurden Patienten im Alter von ≥12 Jahren und mit diagnostiziertem Asthma, die innerhalb von ±6 Monaten nach Diagnose mindestens 1 Asthmamedikament erhalten hatten, das kein OCS war, und für die Daten aus ≥6 Monaten vor und ≥90 Tage nach Eintritt in die Studie vorlagen. Ein hoher OCS-Einsatz wurde als eine Gabe von ≥450 mg definiert, die in einem 90-Tage-Fenster während der Nachbeobachtung verschrieben wurde.

Von 702.685 Patienten mit Asthma wurden bei 14–44% OCS eingesetzt, und bei 6–9% wurde zu einem bestimmten Zeitpunkt während der Nachbeobachtung der OCS-Gebrauch als hoch eingeschätzt. Die jährliche Prävalenz eines hohen OCS-Einsatzes in allen Ländern betrug 3%. Patienten mit hohem OCS-Verbrauch wurden im Mittel jährlich 1–3 OCS verschrieben, bei einer durchschnittlichen täglichen OCS-Dosis von 1,3–2,2 mg.

Bei Patienten, die die Definition eines hohen Verbrauches weiterhin erfüllten, erwies sich die tägliche OCS-Exposition im Allgemeinen für ≥2 Jahre als stabil bei 5,5–7,5 mg, was laut den Autoren das Risiko von Nebenwirkungen erhöhte.

Fazit
Die Studie zeigt, dass die Verwendung von OCS in den vier untersuchten europäischen Ländern relativ häufig ist. (ac)

Autoren: Tran TN et al.
Korrespondenz: Trung N. Tran; [email protected]
Studie: Oral corticosteroid prescription patterns for asthma in France, Germany, Italy and the UK
Quelle: Eur Respir J 2020;55(6):1902363.
Web: https://doi.org/10.1183/13993003.02363-2019