Atopische Dermatitis bei Kleinkindern: Störungen des Darmmikrobioms27. Juni 2018 © Osterland – fotolia.com Störungen des kindlichen Darmmikrobioms können die Entwicklung des Immunsystems beeinflussen und stehen mit einem erhöhten Risiko für allergische Erkrankungen in Verbindung. Ein Team koreanischer Forscher hat nun in einer Studie die Rolle des Darmmikrobioms bei pädiatrischen Patienten mit Atopischer Dermatitis (AD) untersucht, wobei das Metagenom des Darmmikrobioms entsprechend dem Ernährungstyp analysiert wurde. Die Zusammensetzung des Mikrobioms wurde anhand der Stuhlproben von 129 Kindern (Alter: 6 Monate; 63 Kinder mit AD) mittels Pyrosequenzierung analysiert. Das funktionelle Profil des Darmmikrobioms wurde bei 20 gesunden und bei 20 an AD erkrankten Kindern mittels Metagenom-Sequenzierung untersucht. Darüber hinaus wurde die Gesamtzahl der Bakterien im Stuhl mittels quantitativer Echtzeit-PCR evaluiert. Das Darmmikrobiom der Kinder unterschied sich je nach Ernährungstyp; zwei Gruppen Mikrobiota (Bifidobacterium-dominiert und Escherichia/Veillonella-dominiert) wurden bei den reinen Stillkindern als auch Kindern gemischten Ernährungstyps gefunden. Bei den Kindern mit AD war die Anzahl der Bakterien im Stuhl niedriger als bei den Kontrollprobanden. Obwohl keine spezifischen Taxa direkt mit AD korrelierten, ergab die Metagenom-Sequenzierung Unterschiede bezüglich der funktionellen Gene, die mit der Entwicklung des Immunsystems in Zusammenhang stehen. Die Reduktion der Gene für oxidative Phosphorylierung, für die Signalübertragung von Phosphatidylinositol-3-Kinase, für die Östrogen-Signaltransduktion sowie für die Antigen-Darbietung, induziert durch reduzierte Kolonisation mit Mucin-abbauenden Bakterien (Akkermansia muciniphila, Ruminococcus gnavus und Lachnospiraceae Bakterium 2_1_58FAA), war in der AD-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant mit einer eingeschränkten Immunentwicklung assoziiert. Fazit Veränderungen des Darmmikrobioms können nach Ansicht der Autoren mit der Entwicklung von AD in Zusammenhang stehen, da verschiedene Bakterien die Funktion der Immunzellen modulieren können. Autor: Lee et al. Korrespondenz: Department of Life Science, Multidisciplinary Genome Institute, Hallym University, Chuncheon, Südkorea Studie: Perturbations of gut microbiome genes in infants with atopic dermatitis according to feeding type Quelle: J Allergy Clin Immunol 2018 Apr;141(4):1310–1319. Web: dx.doi.org/10.1016/j.jaci.2017.11.045