Atopische Dermatitis: Individuelle Betreuung stärken

© dream@do – stock.adobe.com (Symbolbild)

Die Untersuchung von Behandlungspfaden bei Atopischer Dermatitis (AD) durch Analyse von Längsschnittdaten bietet die Möglichkeit, die reale klinische Patientenversorgung zu beschreiben und den Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie die Behandlung zu bewerten.

Schwerpunkt einer Studie schwedischer Dermatologen war die Beschreibung der longitudinalen Versorgungspfade, einschließlich des Gesundheitsmanagements, der Behandlungsmuster und des Krankheitsverlaufs bei Patienten mit AD.

Es handelt sich hierbei um eine Längsschnittbeobachtungsstudie, bei der verknüpfte Daten aus nationalen und regionalen Gesundheitsregistern in Schweden verwendet wurden. Patienten mit AD wurden anhand der Diagnose in der Primär- oder Sekundärversorgung oder anhand der ausgegebenen Medikamente identifiziert. Es wurden deskriptive Statistiken für die Anzahl der Arztbesuche, die Art der verordneten Arzneimittelklasse, die Überweisungsrate und die Zeit bis zur Überweisung in die Sekundärversorgung sowie die Behandlungseskalation berechnet.

Insgesamt wurden 341.866 Patienten mit AD in die Studie aufgenommen, die sich auf 197.959 pädiatrische (Alter <12 Jahre), 36.133 jugendliche (Alter ≥12–<18 Jahre) und 107.774 erwachsene (Alter ≥18 Jahre) Patienten verteilen. Topische Corticosteroide (TCS) und Emollienzien waren in allen Altersgruppen die am häufigsten verwendeten Behandlungen, während systemische Behandlungen in allen Altersgruppen selten waren. Von den Patienten, die eine Behandlung mit TCS begannen, wechselten 18,2 % zu TCS mit höherer Wirkstärke, nachdem sie mit der Behandlung von AD begonnen hatten.

Fazit
Die Autoren fanden heraus, dass sich die Kontakte mit dem Gesundheitswesen und die Verwendung von für AD-indizierten Behandlungen auf das Jahr konzentrierten, in dem die AD-Versorgung begonnen wurde und danach deutlich abnahmen. Da ein erheblicher Anteil der Patienten sowohl Schübe als auch eine persistierende AD hat, deuten die Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass Patienten mit AD möglicherweise zu selten überwacht und zu wenig behandelt werden. Die Ärzte müssen nach Ansicht der Autoren über geeignete Behandlungsmöglichkeiten informiert werden, um insbesondere Patienten mit persistierender schwerer AD eine individuelle Betreuung zukommen zu lassen. (am)

Autoren: von Kobyletzki et al.
Korrespondenz: Laura von Kobyletzki; [email protected]
Studie: Care pathways in atopic dermatitis: a retrospective population-based cohort study
Quelle: J Eur Acad Dermatol Venereol 2022 Sep;36(9):1456–1466.
Web: https://doi.org/10.1111/jdv.18185