Atopische Dermatitis: Kohortenstudie zeigt protektiven Effekt von SGLT2-Hemmern

Patient mit Diabetes bei einer Ärztin
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Patienten mit Typ-2-Diabetes, die SGLT2-Hemmer einnahmen, entwickelten seltener Atopische Dermatitis als unter DPP4-Hemmern. Eine landesweite Kohortenstudie aus Taiwan belegt eine signifikante Risikoreduktion.

Natrium-Glukose-Cotransporter-2-­Inhibitoren (SGLT2i) haben sich als eine Therapieoption im Diabetes-Management etabliert. Sie fördern die renale Aus-scheidung von Glukose und Natrium, ein Mechanismus, der eine potenzielle Verbindung zwischen SGLT2i und dem Risiko für Atopische Dermatitis (AD) nahelegt. Tatsächlich konnte nun eine Arbeitsgruppe aus Taiwan in ihrer Kohortenstudie nachweisen, dass Patienten unter SGLT2i ein deutlich geringeres Risiko für AD haben als diejenigen, die Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitoren (DPP4i) erhielten.

Um die Assoziation zwischen einer SGLT2i-Anwendung und einem AD-Risiko in einer landesweiten Active-Comparator-Kohortenstudie zu analysieren, nutzte die Arbeitsgruppe Daten der taiwanesischen Nationalen Krankenversicherung. Sie schlossen Erwachsene mit Typ-2-Diabetes (T2D) ein, die zwischen Mai 2016 und Dezember 2018 entweder eine Therapie mit SGLT2i oder mit DPP4i begannen und zuvor 12 Monate keine entsprechenden Verordnungen erhalten hatten.

Insgesamt bildeten 148.354 SGLT2i-Anwender die Studiengruppe und 322.703 DPP4i-Anwender die Vergleichsgruppe. Der primäre Endpunkt war die Inzidenz einer AD. Um Störeinflüsse zu minimieren, erfolgte ein Ausgleich der Basismerkmale, Vorerkrankungen und Medikation mittels inverser Wahrscheinlichkeit der Behandlungszuweisung (IPTW). Zur Validierung ergänzten die Autoren Sensitivitäts- sowie Subgruppenanalysen und geschlechtsspezifische Auswertungen.

SGLT2i zeigten bei Diabetes-Patienten im Vergleich zu DPP4i einen signifikanten protektiven Effekt gegenüber AD. So trat bei SGLT2i-Anwendern AD seltener auf (9,742 vs. 12,070 pro 1000 Patientenjahre) als bei DPP4i-Anwendern. Auch nach IPTW-Adjustierung wiesen SGLT2i-Anwender ein signifikant niedrigeres Risiko für AD verglichen mit DPP4i-Anwendern auf (HR 0,847). Verschiedene SGLT2i-Typen zeigten eine konsistente protektive Wirkung gegenüber AD. Bemerkenswert war das niedrigste AD-Risiko bei der höchsten SGLT2i-Dosis (IPTW-adjustierte HR 0,647), konsistent über Sensitivitätsanalysen hinweg. Zudem hatten Männer mit SGLT2i ein deutlich niedrigeres Risiko für AD (IPTW-adjustierte HR 0,750) als Frauen. (ins)