Auch niedrige Feinstaubwerte bergen ein unterschätztes Risiko für Menschen mit Hypertonie

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Eine Studie aus den USA deutet an, dass selbst eine niedrige Belastung mit Feinstaub der Partikelgröße PM2,5 bereits negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen mit Hypertonie haben kann.

Die schädlichen Auswirkungen von Feinstaub (PM2,5) auf das Herz-Kreislauf-System sind bekannt – Evidenz für Effekte unterhalb der aktuellen regulatorischen Grenzwerte fehlte bislang jedoch. Eine groß angelegte Kohortenstudie mit mehr als 26 Millionen Medicare-Empfängern zeigt nun: Bereits ein Anstieg der PM2,5-Jahreskonzentration um 1 µg/m³ – selbst bei Werten unterhalb des US-Grenzwerts von 9 µg/m³ – geht mit einer signifikanten Zunahme hypertoniebedingter Krankenhauseinweisungen um 2,8 Prozent (95 %-KI 2,5–3,2) einher.

Analyse von Patienten aus Regionen mit guter Luftqualität

Ein Team um Studienleiter Kai Chen von der Yale School of Public Health nutzte einen Kausal-Inferenz-Ansatz, um Daten älterer Erwachsener (≥65 Jahre) aus den gesamten USA im Zeitraum 2017–2022 zu analysieren. Einbezogen wurden ausschließlich Personen aus Regionen, in denen die Luftqualität über den gesamten Untersuchungszeitraum durchgehend den Vorgaben der US-Umweltschutzbehörde EPA entsprach. Zur Validierung der Ergebnisse zogen die Forschenden zusätzlich konventionelle statistische Modelle heran, die vergleichbare Risikoabschätzungen lieferten. Die Ergebnisse ihrer Studie publizierten sie im Fachmagazin „Journal of the American College of Cardiology“.

Frauen und bestimmte Regionen besonders betroffen

Als besonders vulnerabel gegenüber der Schadstoffbelastung erwiesen sich Frauen sowie Bewohner des Mittleren Westens und des Nordostens der USA. Auch Menschen in ländlichen oder vorstädtischen Gebieten sowie Bewohner sozioökonomisch benachteiligter Stadtteile zeigten eine erhöhte Anfälligkeit.

Handlungsbedarf bei Luftqualitätsstandards

Die Ergebnisse machen deutlich, dass selbst eine Feinstaubbelastung unterhalb der geltenden gesetzlichen Grenzwerte erheblich zur Krankheitslast durch Bluthochdruck beitragen kann. Die Studienautoren sehen darin dringenden Handlungsbedarf, bestehende Luftqualitätsstandards in den USA kritisch zu überprüfen und anzupassen, um die öffentliche Gesundheit – insbesondere vulnerabler Bevölkerungsgruppen – künftig besser zu schützen.

(ah/BIERMANN)

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