Auch zuvor Infizierte profitieren von COVID-19-Impfung9. Februar 2023 © geargodz – stock.adobe.com (Symbolbild) Erstautorin Katrine Finderup Nielsen vom Statens Serum Institut in Dänemark untersuchte mit ihrem Team die Impfstoffwirksamkeit gegen Reinfektion und Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit COVID-19 und COVID-19-bedingte Todesfälle bei Reinfektion. Personen mit einer vorherigen SARS-CoV-2-Infektion haben einen mäßigen bis hohen Grad an Schutz vor einer erneuten Infektion, wobei dieser gegen die Omikron-Variante verringert gewesen zu sein schien. Eine Rolle spielte dabei auch die Auswirkung der Zeit seit der Impfung und verschiedene SARS-CoV-2-Varianten. Für die Studie verwendeten die Forschenden ein landesweites Kohortendesign, das alle Personen mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion umfasste, die lebten und sich zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. Januar 2022 in Dänemark aufhielten. Das herangezogene Register umfasste Informationen zu SARS-CoV-2-Infektionen, Impfstatus, Alter, Geschlecht, Komorbiditäten, Krankenhausaufenthalten und dem Herkunftsland. Schätzungen der Impfstoffwirksamkeit gegen eine Reinfektion wurden per Poisson-Regressionsmodell berechnet. Die Schätzung der Impfstoffwirksamkeit erfolgte für 3 Zeiträume mit unterschiedlich vorherrschenden SARS-CoV-2-Varianten (Alpha [B.1.1.7], Delta [B.1.617.2] oder Omikron [B.1.1.529]) und nach Zeit seit der Impfung. Insgesamt schlossen die Wissenschaftler 148.527 Personenjahre und 44.192 SARS-CoV-2-Infektionen in ihre Analyse ein. Von den Probanden (vor oder während der Welle von Alpha [n=209.814], Delta [n=292.978] oder Omikron [n=245.530] infiziert) hatten 40.281 ihre Grundimmunisierung während der Alpha- (19,2%), 190.026 während der Delta- (64,9%) und 158.563 während der Omikron-Welle (64,6%) abgeschlossen. Die Impfstoffwirksamkeit gegen eine Reinfektion erreichte unter Alpha einen Höhepunkt von 71% (≥104 Tage nach der Impfung; 95%-KI unendlich bis 100), unter Delta von 94% (14–43 Tage nach der Impfung; 95%-KI 92–96) und unter Omikron von 60% (14–43 Tage nach der Impfung; 95%-KI 58–62). Nach der Impfung wurde eine nachlassende Immunität beobachtet, die während der Omikron-Periode am ausgeprägtesten war. Aufgrund von zu wenigen Ereignissen war es allerdings nicht möglich, die Impfstoffwirksamkeit für Krankenhauseinweisung und Tod abzuschätzen. Zu den Einschränkungen der Studie gehören laut den Autoren zudem potenziell unentdeckte Reinfektionen, Unterschiede im gesundheitsorientierten Verhalten oder das Risikoverhalten zwischen den verglichenen Gruppen. Fazit Es zeigte sich, dass bei zuvor Infizierten der Abschluss einer Grundimmunisierungsserie im Vergleich zu keiner Impfung mit einem signifikanten Schutz vor einer Reinfektion assoziiert war. Zuvor Infizierte profitierten demnach in allen 3 Variantenperioden von einer Impfung. (sh) Autoren: Nielsen KF et al. Korrespondenz: Katrine Finderup Nielsen; [email protected] Studie: Vaccine effectiveness against SARS-CoV-2 reinfection during periods of Alpha, Delta, or Omicron dominance: A Danish nationwide study Quelle: PLoS Med 2022;19(11):e1004037. Web: https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1004037