Aufklärung und Nachsorge schützen vor erneutem Hautkrebs8. April 2026 Spielplatz mit Sonnenschutz in Australien © Falko Göthel – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Studie mit mehr als 100.000 Australiern zeigt eine Stabilisierung der zuvor über Jahrzehnte stetig ansteigenden Inzidenz invasiver kutaner Melanome. Queensland, Australien, weist weltweit die höchste Inzidenzrate invasiver Melanome auf. Personen mit einer invasiven Melanomerkrankung haben ein fünffach erhöhtes Risiko, ein weiteres invasives Melanom zu entwickeln, was mit einer erhöhten Mortalität einhergeht. Eine aktuelle Untersuchung im „Journal of Investigative Dermatology“ legt offen, dass die kumulative Inzidenz dieser Zweitmelanome in Queensland einen Stabilisierungstrend zeigt. Die ermutigenden Befunde lassen sich im Wesentlichen auf die langfristigen Effekte kontinuierlicher UV-Schutzkampagnen in Australien sowie auf eine intensivierte dermatologische Nachsorge zurückführen. Betrachtung über vier Jahrzehnte Die Forschenden verwendeten Daten aus dem Queensland Oncology Repository und analysierten die Entwicklung der kumulativen Inzidenz eines zweiten primären invasiven Melanoms bei 101.035 Patienten, deren Erstdiagnose eines primären invasiven kutanen Melanoms zwischen 1982 und 2022 erfolgte. Die Nachbeobachtung fand bis Ende 2023 statt. Das mediane Alter bei Erstdiagnose betrug 61 Jahre und die Mehrheit der Kohorte war männlich (58%). „Unter Berücksichtigung konkurrierender Ereignisse wie Tod sowie der individuellen Nachbeobachtungsdauer schätzten wir, dass etwa jeder sechste dieser Patienten innerhalb von 40 Jahren nach der Erstdiagnose ein zweites primäres invasives Melanom entwickeln wird“, erläutert Studienleiter Prof. Mark Smithers vom Princess Alexandra Hospital und der University of Queensland, Australien. „Das Risiko veränderte sich im Zeitverlauf: Fünf Prozent der zwischen 1982 und 1991 diagnostizierten Patienten entwickelten innerhalb von zehn Jahren ein zweites Melanom. Diese Rate stieg auf nahezu acht Prozent in den Jahren 2002 bis 2011 und sank anschließend leicht auf etwas über sieben Prozent im Zeitraum 2012–2022.“ Aufklärung und frühe Diagnose zahlen sich aus Diese jüngste Entwicklung fällt zeitlich mit der Einführung breiter öffentlicher UV-Schutzkampagnen ab den frühen 1980er-Jahren zusammen, die auf eine Reduktion der UV-Exposition und auf verbesserte Aufklärung über Erscheinungsbild und Risiken von Melanomen abzielten. Smithers betont: „Es ist nie zu spät, mit Sonnenschutz zu beginnen. Wir gehen davon aus, dass die kombinierten Effekte dieser öffentlich-medizinischen Aufklärungsmaßnahmen die Hauptursache für die Verlangsamung der Inzidenz invasiver Melanome in Queensland sind und nun auch zur Stabilisierung der Rate zweiter primärer invasiver Melanome beitragen.“ Weitere Einflussfaktoren könnten die verbesserte dermatologische Tumorkontrolle mit früherer Diagnose nicht invasiver Melanome sowie demografische Verschiebungen in der Bevölkerung mit geringerer Risikodisposition sein. Laut Volkszählung von 2021 waren 23 Prozent der Einwohner Queenslands im Ausland geboren, gegenüber 12 Prozent im Jahr 1971. Diese Bevölkerungsgruppe hatte tendenziell eine geringere UV-Belastung im Kindesalter und/oder dunklere Hauttypen, was das Risiko multipler invasiver kutaner Primärmelanome senken dürfte. Smithers schließt: „Trotz der erfreulichen Stabilisierung bleibt die Risikogruppe älterer Männer am stärksten gefährdet, ein weiteres Melanom zu entwickeln. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung physikalischer Sonnenschutzmaßnahmen in der Bevölkerung und rechtfertigen die Fortführung öffentlicher Aufklärungskampagnen zur Früherkennung und Prävention.“ (ins)
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