Augenhornhautspende in Heidelberg ab jetzt bundesweit vernetzt19. November 2018 Foto: © Sergey Nivens – Fotolia.com Das Universitätsklinikum Heidelberg und die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) kooperieren ab sofort in der Gewebespende und Augenhornhautpräparation. Die klinikeigene Lions Hornhautbank Heidelberg sei nun Teil eines bundesweiten, zentral von der DGFG koordinierten Netzwerkes von Hornhautbanken, teilt die DGFG mit. Ziel der Kooperation sei es, die Anzahl an Gewebespenden zu erhöhen und genügend aufbereitete Hornhäute bereit zu stellen, um die Wartezeiten für Patienten möglichst kurz zu halten. „Für die Kliniken bedeutet eine Zusammenarbeit mit uns eine Entlastung, denn sie müssen die Gewebespende fortan nicht mehr selbst betreuen. Wir kümmern uns um den gesamten Ablauf – von der Prüfung der Verstorbenenmeldung auf Spendereignung, der Aufklärung der Angehörigen bis hin zur Entnahme der Gewebe“, sagt Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG. „Es ist uns wichtig, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der für Transparenz und langjährige Erfahrung in diesem sensiblen Bereich der Medizin steht“, fasst Prof. Gerd U. Auffahrt, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik, zusammen. Hornhautverpflanzungen sind nur möglich, wenn Menschen nach ihrem Tod ihre Hornhaut spenden. „Wichtig ist, dass Menschen möglichst schon zu Lebzeiten eine Entscheidung für oder gegen eine Gewebespende treffen“, sagt Börgel. Sei diese Entscheidung nicht bekannt, sprächen Mitarbeiter der DGFG mit den Angehörigen. Diese Aufgabe übernehme im Universitätsklinikum Heidelberg die DGFG-Koordinatorin Anna Rausch. „Ich informiere die Angehörigen sensibel über die Möglichkeit einer Gewebespende“, sagt die Biologin. Im Falle einer Einwilligung nehme der ärztliche Regionalleiter der DGFG in einem zweiten Gespräch Kontakt mit den Angehörigen auf. Lions Hornhautbank Heidelberg nun Teil des bundesweiten DGFG-Netzwerks Bis dato, so die DGFG, seien die Gewebespenden vom Team der Lions Hornhautbank selbst organisiert worden. Die Kooperation entlaste die Klinik-Mitarbeiter und schaffe so Kapazitäten, damit zukünftig mehr Augenhornhautspenden in der Heidelberger Gewebebank bearbeitet und aufbereitet werden könnten. „Ist eine passende Hornhaut bei uns nicht auf Lager, dann vermittelt die DGFG ein Gewebetransplantat aus einer der anderen Hornhautbanken des Netzwerks“, sagt Dr. Patrick Merz, wissenschaftlicher Leiter und Qualitätsmanagementbeauftragter der Lions Hornhautbank Heidelberg. Umgekehrt sollen nicht nur Heidelberger Patienten von der Kooperation profitieren: Stünden mehr Hornhautspenden an, als das Team der Lions Hornhautbank Heidelberg zeitnah aufbereiten könne, vermittele die DGFG das entnommene Gewebe an einen Partner des Netzwerkes mit freien Kapazitäten, heißt es weiter. Ebenso stelle die Heidelberger Gewebebank aufbereitete Hornhäute für Patienten der kooperierenden Kliniken zur Verfügung. Um die Verteilung der Transplantate kümmere sich die Vermittlungsstelle der DGFG in Hannover. Sie führe eine bundesweite, einheitliche Warteliste anhand der Kriterien ‘Dringlichkeit’ und ‘Erfolgsaussicht’. Im Jahr 2017 konnte die DGFG eigenen Angaben zufolge 3148 Hornhauttransplantate vermitteln. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH
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