Augenmaß bei der Normalisierung des Klinikbetriebs bewahren12. Mai 2020 Joachim Grifka (Foto: Asklepios Klinikum Bad Abbach) Die geplante Rückkehr zu mehr Normalität in den Krankenhäusern muss mit Augenmaß erfolgen, fordert Prof. Joachim Grifka, Direktor des Orthopädischen Universitätsklinikums Bad Abbach. Laut Grifka sollten zunächst die nicht dringend erforderlichen Operationen zurückgestellt und auf Eingriffe bei Patienten mit geschwächter Immunabwehr und bei Risikopatienten wenn möglich erst einmal weitgehend verzichtet werden. Als Beispiele für aktuell verschiebbare Eingriffe in der Orthopädie nennt Grifka Korrekturoperationen, wie etwa die Geradestellung des großen Zehs bei Hallux valgus oder die Umstellung eines gekrümmten Beines. “Gerade in Zeiten von Corona sind überdies schonende Operationstechniken und die Beschleunigung der Heilungsprozesse Schlüssel für maximale Patientensicherheit”, so Grifka weiter. Im Klinikum Bad Abbach zählten dazu ganz aktuell die Implantation eines Hüftgelenkes ohne Klinikübernachtung. “Dazu kommt der Patient morgens zur Operation und geht am Nachmittag wieder nach Hause”, sagt der Klinikdirektor. Sei ein Klinikaufenthalt erforderlich, würden Risikopatienten oder Patienten mit größeren Eingriffen aktuell immer in Einzelzimmer gelegt, um Infektionsübertragung sicher zu vermeiden. Die Maximierung der Patientensicherheit sei in Summe aufwendig, “aber sie zahlt sich aus, weil Sicherheit das oberste Ziel für unsere Patienten sein muss”, so der Mediziner. Die Orthopädische Universitätsklinik in Bad Abbach liege wegen der Summe der Maßnahmen in den Statistiken für niedrigste Infektionsraten deutschlandweit seit Jahren auf einem Spitzenplatz – trotz der hohen Anzahl von Patienten mit geschwächter Abwehrlage. Grifkas Fazit: Für die angekündigte, schrittweise Öffnung der Kliniken zur Durchführung von Wahleingriffen müssen die Patienten aktuell mit besonderem Augenmaß ausgewählt werden. Dafür gebe es eindeutige Kriterienkataloge, zur Bewertung der Schwere der Erkrankung, der Risiken und der Schmerzsituation. “Oberstes Ziel auch im wieder liberalisierten Klinikbetrieb muss die Sicherheit jedes einzelnen Patienten sein”, so der Klinikdirektor.
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