Augenscan als vielversprechende Option der Früherkennung22. Oktober 2018 Foto: © Frank Täubel – Fotolia.com Forscher einer internationalen Projektgruppe sind zuversichtlich, dass es künftig durch einen „Augenscan“ gelingen wird, Krankheiten wie Alzheimer zu diagnostizieren oder aggressive Formen von altersbedingter Makuladegeneration früh zu erkennen – und zwar anhand von strukturellen und molekularen Gewebeveränderungen auf der Netzhaut. „Die ersten ganz konkreten Studienergebnisse aus dem Projekt wird es im ersten Quartal 2019 geben, aber die ersten Untersuchungen sind vielversprechend und lassen darauf schließen, dass wir in der Zukunft hochaufgelöste Daten über die Struktur der Netzhaut und damit Informationen über ihre molekulare Zusammensetzung erhalten können“, sagte Rainer Leitgeb, Projektleiter vom Zentrum für Biomedizinische Physik der Medizinischen Universität Wien. Im EU-Projekt „MOON“ (multimodale optische Diagnostik für altersbedingte Erkrankungen des Auges und des Zentralnervensystems) arbeiten Partner aus Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden daran, neue Technologien für die Frühdiagnose dieser Erkrankungen zu entwickeln und erfolgreich in der Therapie und Diagnostik einzusetzen. Molekularer Blick ins menschliche Auge Um das zu erreichen, setzt das Forscherteam eine Kombination aus mehreren, sich ergänzenden optischen Methoden ein, die detaillierte Informationen über den Zustand des Gewebes im Auge liefern: Die molekular höchst empfindliche Raman-Spektroskopie wird mit der optischen Köhärenztomografie (OCT) kombiniert. Dabei entstehen in Sekundenschnelle hochaufgelöste Bilder aus allen Schichten der Netzhaut – inklusive aller Infos über deren molekulare Zusammensetzung. Anhand dieser Daten wird man künftig eine eindeutige Diagnose erstellen können und neurodegenerative Erkrankungen frühzeitig erkennen. „Je früher, desto besser sind die Behandlungschancen für den Betroffenen“, betonte Leitgeb. „Ohne den Ergebnissen vorgreifen zu wollen. Aber eines ist klar: Der molekulare Blick ins menschliche Auge ist machbar.“ Und zwar schonender und schneller als bisher möglich: „Neurodegenerative Erkrankungen beschädigen nicht nur das Gehirn, sondern führen auch zu Veränderungen in der Retina. Mit unserer Methode, die mit Licht funktioniert, müssen wir nicht mehr ins Gehirn schauen. Ziel ist es, dass der Patient oder die Patientin sich vor ein Gerät setzt, das Auge berührungsfrei abgerastert wird und man in wenigen Minuten eine verlässliche Diagnose hat“ erklärte der MOON-Projektleiter aus Wien.
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