Augentumore: selten, aber tückisch18. Februar 2026 Aderhautmelanome neigen zu früher Metastasenbildung, weshalb nur ein kleines Zeitfenster für eine vollständige Heilung besteht. DOG und BVA dringen daher zu regelmäßigen Augenuntersuchungen und machen auf die neue Patientenbroschüre aufmerksam.Symbolbild.©Crystal light-stock.adobe.com Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) dringen auf verbesserte Früherkennung beim Aderhautmelanom. Mit bundesweit nur 800 bis 1000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das Aderhautmelanom eine seltene Erkrankung. Gleichwohl ist es die häufigste bösartige Tumorerkrankung des Auges im Erwachsenenalter. Da Aderhautmelanome dazu neigen, bereits früh Metastasen zu bilden, besteht nur ein kurzes Zeitfenster, in dem eine vollständige Heilung möglich ist – je eher der Tumor erkannt wird, desto größer die Chance, eine Streuung zu verhindern. DOG und BVA möchten daher über Risikofaktoren und Frühsymptome aufklären und zu regelmäßigen Augenuntersuchungen aufrufen. Eine neue Broschüre informiert über die Erkrankung. Das Aderhautmelanom entwickelt sich direkt im Auge aus entarteten pigmentierten Zellen der Aderhaut. „Dieser bösartige Tumor tritt fast immer einseitig auf und wächst in der Regel langsam“, erläutert DOG-Experte Prof. Nikolaos E. Bechrakis, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Essen. Der Tumor gibt bereits früh Krebszellen in den Blutkreiskauf ab und streut in andere Organe. Die Leber ist am häufigsten betroffen, weil die Tumorzellen dort besonders gut wachsen können. „Da mit der Metastasierung die Heilungschancen rapide sinken, ist die Früherkennung des Aderhautmelanoms von entscheidender Bedeutung für den weiteren Krankheitsverlauf“, betont Bechrakis. Helle Augen und Aderhaut-Muttermale zählen zu den Risikofaktoren Aufgrund seiner Seltenheit gibt es für das Aderhautmelanom kein allgemeines Screening. „Die meisten dieser Tumoren werden daher zufällig bei Routineuntersuchungen des Auges entdeckt“, erörtert Prof. Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz. „Vor diesem Hintergrund rufen wir zu regelmäßigen Untersuchungen des Augenhintergrundes ab dem 40. Lebensjahr auf“, so der DOG-Experte. Dies gelte ganz besonders für Personen, die Risikofaktoren aufweisen: grüne, blaue oder graue Augen, angeborene Pigmentflecken in der Aderhaut oder eine familiäre Vorbelastung mit einem Aderhautmelanom. Frühsymptome: Lichtblitze, Schattensehen, Sehverschlechterung Der Gang zum Augenarzt oder zur Augenärztin ist auch unabdingbar, wenn Frühwarnzeichen auftreten. Dazu zählen etwa Gesichtsfeldausfälle, Lichtblitze, unscharfes Sehen oder Schattensehen. „Diese Warnsymptome treten in frühen Erkrankungsstadien längst nicht bei allen Betroffenen auf und sind zudem nicht spezifisch“, betont Daniel Pleger, erster Vorsitzender des BVA. Gerade weil sie auch auf eine Reihe anderer Augenerkrankungen hinweisen könnten, sollten sie jedoch immer ernst genommen werden und Anlass für eine zeitnahe Untersuchung des Auges sein. „Besteht ein Tumorverdacht am Auge, schicken die niedergelassenen Augenärztinnen und Augenärzte die Betroffenen weiter an ein spezialisiertes Zentrum“, so Pleger. Interdisziplinäre Therapie in spezialisierten Zentren Ist die Diagnose gesichert, kann eine maßgeschneiderte lokale, aber auch systemische stadiengerechte Behandlung erfolgen – bestehend aus verschiedenen Formen der Strahlentherapie, unter Umständen ergänzt durch Laserbehandlung, chirurgische Eingriffe und medikamentöse Therapien. „Ein auf das Auge beschränktes Aderhautmelanom lässt sich meist gut durch Bestrahlung und augenerhaltende chirurgische Verfahren therapieren, wodurch in mehr als 50 Prozent der Fälle eine vollständige Heilung möglich ist“, erklärt Bechrakis. In seltenen Fällen sei die operative Entfernung des betroffenen Auges notwendig, um den Tumor in den Griff zu bekommen. „Haben sich dagegen bereits Lebermetastasen gebildet, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich“, ergänzt Kakkassery. Eine neue Broschüre, erstellt durch ein interdisziplinäres Team in der Nationalen Versorgungskonferenz Hautkrebs informiert über das Aderhautmelanom.
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