Ausblick auf den DKOU 2018: „Wir sind O und U“ – Orthopäden und Unfallchirurgen arbeiten Hand in Hand20. August 2018 Die DKOU-Kongresspräsidenten 2018: Werner E. Siebert, Joachim Windolf und Gerd Rauch (v. l.). (Foto: DKOU) Betroffene wieder mobil zu machen und verlorene Bewegung wiederherzustellen, ist die gemeinsame Aufgabe von Orthopäden und Unfallchirurgen. Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU), der in diesem Jahr vom 23. bis 26. Oktober in Berlin stattfinden wird, ist nur ein Ausdruck der gemeinsamen erfolgreichen Entwicklung des Faches seit nun mehr als zehn Jahren. Wie eng O & U heute kooperieren, zeigt sich beispielsweise bei der Behandlung älterer Menschen. Wenn ältere Menschen stürzen, droht ihnen womöglich ein Leben als Pflegefall. Um dies zu verhindern, müssen die Ärzte, die sie versorgen, eng zusammenarbeiten und für jeden Patienten die beste Behandlungsstrategie finden. „Orthopäden und Unfallchirurgen kennen und beherrschen das gesamte Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten und versorgen die Patienten in engem Schulterschluss. Das ist in einem gemeinsamen Fach O und U besser möglich als unter dem Dach zweier getrennter Fächer“, erklärt Prof. Werner E. Siebert, Kongresspräsident des DKOU 2018. Die Fusion der Fächer begann in den 2000er-Jahren. 2003 trat die Verordnung über die gemeinsame Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Kraft. 2005 fand zum ersten Mal der gemeinsame Kongress von DGOOC, DGU und BVOU statt. Vor zehn Jahren, 2008, schlossen sich beide Disziplinen dann in einer gemeinsamen wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaft – der DGOU – zusammen. Durch die Vereinigung der beiden Fachgebiete hat sich der DKOU mit über 10.000 Teilnehmern zum größten europäischen Kongress für O & U entwickelt. Viele Unfallopfer wurden früher vom Allgemeinchirurgen versorgt, Kunstgelenke in nicht spezialisierten Behandlungszentren eingesetzt. Heute werden Kunstgelenke fast ausschließlich von Orthopäden und Unfallchirurgen implantiert. Die Versorgung von Unfallopfern ist durch Initiativen wie das Traumanetzwerk DGU® erheblich verbessert worden. So können Unfallopfer innerhalb Deutschlands in jeder Region schnell und nach höchsten Standards behandelt werden. Auch das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD), das bereits Daten zu mehr als 60 Prozent aller endoprothetischen Eingriffe in Deutschland erfasst, verbessert die Versorgungsqualität: So kann die Qualität künstlicher Gelenke beurteilt und frühzeitig auf etwaige Qualitätsprobleme bei Implantaten oder Versorgungsformen hingewiesen werden. „Diese Erfolge konnten wir nur durch das Engagement vieler Einzelpersonen und die intensive Zusammenarbeit unserer Fachgesellschaften erzielen“, betont Kongresspräsident Prof. Joachim Windolf mit Blick auf den DKOU 2018. Zu den Kernthemen des diesjährigen Kongresses zählt die Digitalisierung in Orthopädie & Unfallchirurgie. „Smarte Implantate, Wearables und Big-Data-Anwendungen haben das Potenzial, unsere therapeutischen Möglichkeiten enorm zu erweitern und sind eine große Chance für die Zukunft“, sagt Kongresspräsident Dr. Gerd Rauch. Gleichzeitig seien die Umsetzung im medizinischen Alltag, die Finanzierung und die Sicherung persönlicher Patientendaten eine Herausforderung. „Wir als Ärzte sollten deshalb diese dynamische Entwicklung mitgestalten“, so Rauch.
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