Ausgangs-PSA-Wert informiert über optimale Zeitabstände für Folge-Tests

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Beim Prostatakrebs(PCa)-Screening kann der Ausgangs-PSA-Wert des Patienten als Entscheidungshilfe für eine Wiederholung des Screenings herangezogen werden. Dies ergibt eine aktuelle Analyse der European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC).

Bei ERSPC wurden die Teilnehmer per Zufall auf eine Screening- und eine Kontrollgruppe verteilt. Die Teilnehmer der Screening-Gruppe wurden zum PSA-Test eingeladen, der alle 2–4 Jahre wiederholt wurde. Im Kontrollarm wurde den Teilnehmern kein aktives Screening angeboten. Im Falle eines erhöhten PSA-Wertes folgte eine Prostatabiopsie.

Die aktuelle Analyse untersucht den Einfluss des ersten PSA-Werts auf die PCa-Erkennung und die PCa-spezifische Mortalität (PCSM) nach 16 Jahren Follow-up. Die Daten stammten von 25.589 Männern im Alter von 55–59 Jahren, 16.898 Männern im Alter von 60–64 Jahren und 12.936 Männern im Alter von 65–69 Jahren. Dabei wurden nur die Teilnehmer berücksichtigt, die an mindestens einem Screening-Termin teilgenommen hatten.

Die Autorengruppe um Sebastiaan Remmers vom Erasmus MC Cancer Institute des Universitätsklinikums Rotterdam (Niederlande) berechnete die versicherungsmathematische Wahrscheinlichkeit für PCa jeder Art und für klinisch signifikantes PCa (Gleason ≥7). Sie nutzten eine Cox-Proportional-Hazards-Regression, um zu beurteilen, ob der Zusammenhang zwischen PSA-Ausgangswert und PCSM für alle Altersgruppen vergleichbar war. Zudem berechneten sie eine Lorenz-Kurve, um den Zusammenhang zwischen PSA-Ausgangswert und PCSM für Männer im Alter von 60–61 Jahren zu beurteilen.

Die versicherungsmathematische Gesamtwahrscheinlichkeit nach 16 Jahren lag in allen Altersgruppen zwischen 12% und 16% für alle PCa und zwischen 3,7% und 5,7% für klinisch signifikantes PCa. Entsprechend betrug die Wahrscheinlichkeit von klinisch signifikantem PCa nach 16 Jahren 1,2–1,5% für Männer mit PSA <1,0 ng/ml und 13,3–13,8% für Männer mit PSA ≥3,0 ng/ml. Der Zusammenhang zwischen PSA-Ausgangswert und PCSM unterschied sich geringfügig zwischen den 3 Altersgruppen.

Eine Lorenz-Kurve für Männer von 60–61 Jahren zeigte, dass 92% der tödlichen PCa-Fälle bei denjenigen auftraten, deren PSA über dem Medianwert (1,21 ng/ml) lag. Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich, dass bei Männern, die erstmals im Alter von 60–61 Jahren untersucht werden und deren PSA-Ausgangswert <2 ng/ml liegt, eine weitere Fortsetzung des Screenings nach 68–70 Jahren von Vorteil ist, wenn der PSA-Wert immer noch <2 ng/ml liegt. In den folgenden 8 Jahren (bis zum Alter von 76–78 Jahren) trat kein Fall von PCSM auf.

Die Autoren schränken ein, dass diese Ergebnisse möglicherweise nicht auf ein opportunistisches Screening oder die aktuelle klinische Praxis übertragbar sind.

Fazit
„In allen Altersgruppen kann der Ausgangs-PSA als Entscheidungshilfe für das Wiederholungsscreening-Intervall dienen“, schließen die Wissenschaftler. „Ein Ausgangs-PSA <1,0 ng/ml für Männer im Alter von 55–69 Jahren ist ein starker Indikator dafür, weitere Untersuchungen zu verschieben oder zu unterlassen“, lautet ihr Ratschlag. (ms)

Autoren: Remmers S et al.
Korrespondenz: Sebastiaan Remmers, [email protected]
Studie: Relationship Between Baseline Prostate-specific Antigen on Cancer Detection and Prostate Cancer Death: Long-term Follow-up from the European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer
Quelle: Eur Urol 2023 Nov;84(5):503–509.
Web: https://doi.org/10.1016/j.eururo.2023.03.031