Ausgezeichnete Studie zur Schmerzdiagnostik bei Menschen mit Demenz

Albert Luksas (Foto: Torben Brinkema)

Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in Frankfurt/Main wurde unter anderem der Schiffbauer-Förderpreis für eine Studie zur Schmerzdiagnostik und -behandlung hochaltriger dementer Patienten vergeben.

Ausgezeichnet wurde Dr. Albert Lukas, Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin am Malteserkrankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg. Er erhält für seine Arbeit zum Verständnis der Schmerzdiagnostik und -behandlung hochaltriger dementer Patienten den mit 2500 Euro dotierten Förderpreis der Rolf-und-Hubertine-Schiffbauer-Stiftung.

Mit seiner Studie warf Lukas die Frage auf, ob Schmerzerfassungsinstrumente Schmerz tatsächlich – wie bisher angenommen – auch bei einer schweren Demenz erkennen und ob Analgetika bei Demenzkranken überhaupt genauso effektiv sind wie bei anderen Patienten.

„Die bisherige Annahme über die Bedeutung der Schmerzerkennungsinstrumente bei Demenz muss angesichts der hier gewonnen Studien­ergebnisse neu bewertet werden“, so Lukas. „Insbesondere beim Vorliegen einer schweren Demenz.“ Gerade demente Patienten leiden oftmals unter unerkannten und unterbehandelten Schmerzen, die bislang mithilfe von Skalen zumindest annähernd quali- und quantifiziert wurden.
Lukas kam in einer randomi­sierten, doppeltverblindeten und ­placebokontrollierten Studie zur Evaluierung der Genauigkeit von Schmerzmessverfahren jedoch zu dem Ergebnis, dass es keinen Unterschied in der Schmerzreduktion zwischen Opioid und Placebo gibt.