Auslastung der Labore dauerhaft zu hoch

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Das Testgeschehen ist wie die Pandemie weiterhin hochdynamisch: 5 Prozent mehr angeforderte SARS-CoV-2-PCR-Tests und eine um 12 Prozent gestiegene Zahl an positiven Befunden melden die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e.V.).

Die Daten aus der vergangenen Woche Kalenderwoche (KW) 47 (22.11.2021–28.11.2021) stammen aus 179 teilnehmenden Laboren. Ihre Auslastung liegt im Durchschnitt bei 85 Prozent (Vorwoche: 86 Prozent) und damit an der Kapazitätsgrenze. Die Positivrate der SARS-CoV-2-PCR-Tests ist abermals deutlich gestiegen – von 19,9 Prozent in der Vorwoche auf nun 21,2 Prozent in der KW 47. Mehr als jede fünfte PCR-Testung wird als positiv berichtet. Insgesamt wurden 1.838.396 SARS-CoV-2-PCR-Tests durchgeführt (Vorwoche: 1.754.949). Davon waren 389.421 positiv (Vorwoche: 349.162). Die Labore sind in der Lage, ihre SARS-CoV-2-PCR-Kapazität leicht zu steigern, um 2 Prozent auf nun 2.202.594 Tests für die gesamte Woche.

Die dauerhaft hohe Auslastung der fachärztlichen Labore wird derzeit zunehmend auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Dazu ist seit wenigen Tagen die neue Variante des Corona-Virus bekannt: Omikron (B.1.1.529), zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen, hat mittlerweile schon eine ganze Reihe europäischer Länder und auch Deutschland erreicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft diese als „besorgniserregend“ (Variant of Concern, VOC) ein. „Die in den Laboren etablierten PCR-Systeme detektieren die Patienten zweifelsfrei. Wir haben auch die notwendigen Testverfahren, um die für Omikron typischen Mutationen zu erkennen“, sagt Dr. Michael Müller.

Der 1. Vorsitzende des ALM e.V. ergänzt: „Die fachärztlichen Labore arbeiten entsprechend der Coronavirus-Surveillance-Verordnung und untersuchen jede Woche eine repräsentative Stichprobe der erstmalig SARS-CoV-2-positiven PCR-Proben mit der Vollgenomsequenzierung nach den Vorgaben des RKI.“ So würde Omikron auch in Deutschland entdeckt. „Zusätzlich werden wir auch Proben auf die Omikron-typischen Mutationen untersuchen, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Infektion mit der Corona-Variante Omikron besteht“, ergänzt Müller. Dies kann insbesondere bei Reiserückkehrern aus den entsprechenden Regionen sowie bei deren Kontaktpersonen der Fall sein.

Auslastung der Labore enorm

Darüber hinaus seien die Labore von ihrer SARS-CoV-2-PCR-Auslastung her in manchen Regionen schlichtweg an den Grenzen des Leistbaren: „In Ländern wie Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg oder Thüringen steht die Ampel nun schon seit längerer Zeit wieder auf Rot. Und auf Dauer sind auch 85 Prozent Auslastung im Bundesdurchschnitt nicht unbegrenzt machbar, zumal neben der COVID-19-Diagnostik die medizinische Versorgung der Bevölkerung mit Labordiagnostik sicherzustellen ist“, sagt Evangelos Kotsopoulos. „Die Gefahr besteht, dass bei einer Auslastung nahe oder regional oberhalb der Maximalgrenze schon bei kleineren Ausfällen von Personal oder Geräten die Befundlaufzeiten auf mehrere Tage steigen, was es unbedingt zu vermeiden gilt.“