Auswertung über 21 Jahre: Prostatakrebs-Screening per PSA-Wert reduziert Mortalität

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Eine aktuelle Analyse der European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC) zeigt, dass bei einer Nachbeobachtungszeit von 21 Jahren bei Männern unter Screening sowohl die absolute Metastasierung als auch die Mortalität weiter abnehmen. Dies führe zu einem günstigeren Schaden-Nutzen-Verhältnis als in früheren Analysen, schließen die Autoren der ERSPC Rotterdam Study Group. Dabei sei ein wiederholtes Screening unerlässlich. Sie betonen aber auch, dass ihre Daten nicht einen Beginn des Screenings im Alter von 70–74 Jahren unterstützen.

Zwischen 1993 und 2000 wurden im niederländischen Zweig der ERSPC insgesamt 42.376 Männer im Alter von 55–74 Jahren per Zufall einer Screening- oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Den Männern im Screening-Arm wurde ein PSA-basiertes Screening im Abstand von 4 Jahren angeboten. Die Hauptanalyse bezieht sich auf Männer im Alter von 55–69 Jahren (n=34.831).

Für die Ergebnismessung verwendeten Erstautor Ivo I. de Vos und seine Kollegen vom Erasmus MC Cancer Institute der Universitätsklinik Rotterdam (Niederlande) Intention-to-Screen-Analysen mit Poisson-Regression, um die Ratenverhältnisse (Rate Ratios, RRs) der PCa-spezifischen Mortalität und der Inzidenz von metastasiertem PCa zu berechnen.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 21 Jahren betrug die RR von PCSM 0,73 (95%-KI 0,61–0,88), was ein Screening begünstigte. Die Anzahl der Männer, die eingeladen werden mussten (number needed to invite, NNI) und die Anzahl derjenigen, die eine Diagnose erhalten mussten (number needed to diagnose, NND), um 1 PCa-Todesfall zu verhindern, berechneten sich auf 246 bzw. 14. Für metastasiertes PCa lag die RR bei 0,67 (95%-KI 0,58–0,78) und sprach für ein Screening.

NNI und NND zur Verhinderung einer Metastasierung beliefen sich auf 121 bzw. 7. Bei Männern ≥70 Jahren zum Zeitpunkt der Randomisierung ergab sich kein statistischer Unterschied im PCSM (RR 1,18; 95%-KI 0,87–1,62). Im Screening-Arm wurden höhere Raten von PCSM und metastasierenden Erkrankungen bei Männern beobachtet, die nur 1-mal gescreent wurden, und bei Männern oberhalb des Screening-Alters von 74 Jahren.

Fazit
„PCa-Screening auf der Basis von PSA reduziert Metastasierung und Mortalität“, folgern die Autoren. „Eine längere Nachbeobachtung zeigt, dass weniger Einladungen und Diagnosen erforderlich sind, um 1 Todesfall zu verhindern, was ein positiver Hinweis bezüglich des Problems der Überdiagnose ist.“ (ms)

Autoren: de Vos II et al.
Korrespondenz: Ivo I. de Vos; [email protected]
Studie: A Detailed Evaluation of the Effect of Prostate-specific Antigen-based Screening on Morbidity and Mortality of Prostate Cancer: 21-year Follow-up Results of the Rotterdam Section of the European Randomised Study of Screening for Prostate Cancer
Quelle: Eur Urol 2023 Oct;84(4):426–434.
Web: https://doi.org/10.1016/j.eururo.2023.03.016