Kardiovaskuläres Risiko: Vorsicht bei blasenbildenden Autoimmundermatosen17. September 2024 © MQ-Illustrations – stock.adobe.com (Symbolbild) Blasenbildende Autoimmundermatosen (ABDs) stehen im Verdacht, das kardiovaskuläre Risiko zu erhöhen, doch bislang fehlt es an verlässlichen Studiendaten. Ein Team dänischer Epidemiologen führte daher eine populationsbasierte Kohortenstudie durch. In der Studie evaluierten die Forschenden, ob ABDs das Risiko für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, venöse Thromboembolien und kardiovaskulär bedingten Tod erhöhen. Dazu wurde eine bevölkerungsbasierte Kohorte dänischer Patienten (≥18 Jahre), die zwischen 1996 und 2021 mit ABDs diagnostiziert wurde (n=3322), mit einer alters- und geschlechtsgleichen Kontrollkohorte aus der Allgemeinbevölkerung (n=33.195) verglichen. Es zeigte sich, dass die Patienten mit ABD ein signifikant höheres 1-Jahres-Risiko für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen (3,4% vs. 1,6%), Herzinsuffizienz (1,9% vs. 0,7%), Herzrhythmusstörungen (3,8% vs. 1,3%), venöse Thromboembolien (1,9% vs. 0,3%) und kardiovaskulären Tod (3,3% vs. 0,9%) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung aufwiesen. Das erhöhte Risiko blieb auch nach 10 Jahren für alle Endpunkte außer Herzrhythmusstörungen bestehen. Die HRs, die ABDs mit den Ergebnissen während der gesamten Nachbeobachtungszeit assoziierten, betrugen 1,24 (1,09–1,40) für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen, 1,48 (1,24–1,77) für Herzinsuffizienz, 1,16 (1,02–1,32) für Herzrhythmusstörungen, 1,87 (1,50–2,34) für venöse Thrombo-embolien und 2,01 (1,76–2,29) für kardiovaskulären Tod. Das erhöhte kardiovaskuläre Risiko wurde sowohl bei Pemphigus als auch bei Pemphigoid beobachtet. Fazit Die Autoren schränken die Aussagekraft ihrer Untersuchung ein, da die Ergebnisse sich möglicherweise nur auf Patienten mit ABDs, aber ohne vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankungen verallgemeinern lassen. Sie schlussfolgern aber, dass ABD-Patienten im Vergleich zu alters- und geschlechtsgleichen Kontrollen ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko haben. (am) Autoren: Bonnesen K et al. Korrespondenz: Kasper Bonnesen; [email protected] Studie: Autoimmune blistering disorders and cardiovascular risks: A population-based cohort study Quelle: J Am Acad Dermatol 2024 Jul;91(1):82–90. Web: https://doi.org/10.1016/j.jaad.2024.02.052