Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen28. Juli 2025 © Seventyfour – stock.adobe.com (Symbolbild) Durch und nach der COVID-19-Pandemie zeigten viele Studien eine Zunahme psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen. Eine retrospektive Untersuchung aller Krankenhausaufenthalte von Jugendlichen im Alter von 11–18 Jahren in Spanien deutet nun jedoch darauf hin, dass die Zahl und Schwere psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen bereits seit Beginn des Jahrtausends stetig zunehmen. Allerdings stieg durch die Pandemie die Zahl der Klinikaufenthalte wegen psychischer Probleme sprunghaft an. Unter Verwendung des spanischen Nationalen Registers für Krankenhausentlassungen hatten Vicente Soriano von der Universidad Internacional de La Rioja in Madrid, Spanien, und Kollegen Daten aus dem Zeitraum 2000–2021 ausgewertet. Während dieser Zeit wurden in Spanien 2.015.589 Krankenhausaufenthalte von Jugendlichen registriert, von denen 118.609 (5,9%) auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen waren. Die Rate psychiatrischer Diagnosen stieg signifikant von 3,9% im Jahr 2000 auf 9,5% im Jahr 2021. Frauen machten 55,1% der Einweisungen aus. Das Durchschnittsalter der Patienten bei der Einweisung sank im Untersuchungszeitraum von 17 auf 15 Jahre, die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus betrug 10,6 Tage. Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate im Krankenhaus lag bei 0,24%. Nach dem ersten Pandemiejahr stiegen die Krankenhausaufenthalte aufgrund psychischer Störungen bei Jugendlichen im Jahr 2021 um 51%. Die häufigste Diagnose, die zur stationären Behandlung führte, waren Substanzgebrauchsstörungen (SUD; 40%) gefolgt von Ess-Störungen (15%), Angststörungen/posttraumatische Belastungsstörungen (13%), ADHS (9%), schwerer Depression (8%), Schizophrenie/Psychose (6%), Autismus-Spektrum-Störung (ASD; 6%), Schlafstörungen (3%), suizidalem Verhalten (2%) und sexuellen Störungen (1%). Die Forschenden stellten eine signifikante geschlechtsspezifische Dichotomie fest, wobei internalisierende Störungen (d.h. Angstzustände, Depressionen, suizidales Verhalten und Ess-Störungen) bei jungen Frauen überwogen, während externalisierende Störungen (d.h. SUD, ADHS, ASD, Schizophrenie und andere Psychosen) bei männlichen Jugendlichen vorherrschten. Suizidales Verhalten und männliches Geschlecht waren in der multivariaten Analyse unabhängige Prädiktoren für Tod im Krankenhaus. Fazit Psychische Erkrankungen haben bei Jugendlichen in Spanien bereits seit dem Jahr 2000 kontinuierlich zugenommen, mit einem sprunghaften Anstieg der Klinikaufenthalte im Jahr 2021 nach dem ersten Pandemiejahr. Primäre Präventionsstrategien sollten an die unterschiedlichen und häufiger auftretenden psychischen Störungen bei Jugendlichen angepasst werden, appellieren die Autoren abschließend. (ej) Autoren: Soriano V et al. Korrespondenz: Vicente Soriano; [email protected] Studie: Hospital admissions in adolescents with mental disorders in Spain over the last two decades: a mental health crisis? Quelle: Eur Child Adolesc Psychiatry 2025 Mar;34(3):1125–1134. Web: https://doi.org/10.1007/s00787-024-02543-2
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