Auswirkungen von E-Zigaretten auf die Lebergesundheit29. Juli 2019 © acubeagency – stock.adobe.com Der Einsatz elektronischer Nikotinabgabesysteme (ENDS), auch bekannt als E-Zigaretten, für die eine Vielzahl von Liquids verwendet werden, nimmt bei Jugendlichen in alarmierendem Ausmaß zu. Der möglichen gesundheitsschädlichen Auswirkungen dieser Produkte sind sich die Nutzer in der Regel nicht bewusst. In einer neuen Studie haben Wissenschaftler einmal nicht die potenziellen Schädigungen der Atemwege untersucht, die durch ENDS hervorgerufen werden, sondern die Effekte auf die Lebergesundheit. Es zeigten sich in der Untersuchung tiefgreifende hepatologische Nebenwirkungen bei der Nutzung von ENDS. Dies sei eine wichtige Information für die Zulassungsbehörden, unterstreichen die Studienautoren. Apolipoprotein-E-Knockout-(ApoE-/-)-Mäuse wurden nach westlichem Vorbild ernährt und wurden 12 Wochen lang einer Salzlösung oder ENDS mit 2,4 % Nikotinaerosol ausgesetzt. Dabei verwendeten die Forscher ein von ihnen entwickeltes Maus-ENDS-Expositionsmodellsystem; dabei wird Mäusen Nikotin zugeführt, sodass sie einen Serumcotininwert aufweisen, der äquivalent dem menschlicher Zigarettenkonsumenten ist. Die Analyse zeigte, dass ApoE-/–Mäuse, die ENDS ausgesetzt waren, im Vergleich zu solchen mit einer Exposition gegenüber Salzlösungsaerosol einen deutlichen Anstieg der Lipidakkumulation in der Leber zeigten. Die nachteiligen Auswirkungen von ENDS auf die Lebersteatose waren mit einem signifikant höheren oxidativen Stress, einem erhöhten Triglyceridspiegel in der Leber und einer erhöhten Hepatozytenapoptose unabhängig von der Signalübertragung durch Adenosinmonophosphat-aktivierte Proteinkinase verbunden. Darüber hinaus ergab die hepatische RNA-Sequenzanalyse, dass 433 Gene in ENDS-exponierten Mäusen im Vergleich zu Mäusen, die Kochsalzlösung ausgesetzt waren, unterschiedlich exprimiert wurden. Die Funktionsanalyse zeigt, dass Gene, die mit dem Lipidstoffwechsel, der Cholesterinbiosynthese und dem zirkadianen Rhythmus assoziiert sind, in der Leber als Reaktion auf ENDS am signifikantesten verändert waren. (ac) Autoren: Kamrul MH et al. Korrespondenz: Dr. Kamrul M. Hasan, Division of Endocrinology, Metabolism and Molecular Medicine, Department of Internal Medicine, Charles R. Drew University of Medicine and Science, 1731 E. 120th Street, Los Angeles, CA 90059, USA; [email protected]Studie: E-cigarettes and Western Diet: Important Metabolic Risk Factors forHepatic DiseasesQuelle: Hepatology 2019;69(6):2442–2454.Web: aasldpubs.onlinelibrary.wiley.com/journal/15273350