Autoantikörper als Auslöser für Kammerflimmern mit kurzem Kopplungsintervall10. April 2025 Symbolfoto: ©Corona Borealis/stock.adobe.com Kammerflimmern mit kurzem Kopplungsintervall (SCVF) wird zunehmend als eigenständige primäre elektrische Störung und Ursache für ansonsten ungeklärte Herzstillstände anerkannt. Die Pathophysiologie hinter SCVF war bislang jedoch weitgehend unklar. Eine neue Forschungsarbeit aus Kanada und der Schweiz deutet an, dass ein zirkulierender Autoantikörper gegen den kardialen TREK-1-Kanal hier eine Schlüsselrolle spielt. Nicht nur könnte dieser Autoantikörper womöglich als erster Biomarker für SCVF fungieren, vermutlich ist er auch direkt an der Arrhythmogenese von SCVF beteiligt, erklären die Studienautoren. In die prospektive, monozentrische Fall-Kontroll-Studie wurden Überlebende eines Herzstillstandes aufgenommen. Bei diesen wurde zwischen 2019 und 2023 am Institut Universitaire de Cardiologie et de Pneumologie de Québec, Université Laval Inherited Arrhythmia Clinic (Kanada) ein SCVF (n=14; 29 % weiblich, medianes Alter 45 Jahre; IQR 36–59; 100 % nichthispanische Weiße) oder idiopathisches Kammerflimmern (IVF; n=19; 42 % weiblich; medianes Alter 49 Jahre; IQR 38–57; 100 % nichthispanische Weiße) diagnostiziert. Als Kontrollen dienten 38 geschlechts-, alters- und ethnisch passende gesunde Personen (53 % weibliche; medianes Alter 45 Jahre; IQR 29–66; 95 % nichthispanische Weiße). Während des Studienzeitraums kam es bei 11 (79 %) SCVF-Probanden nach einem Median von 4,3 Monaten (IQR 0,3–20,7) zu einem erneuten Auftreten von Kammerflimmern. Die Wissenschaftler um die beiden korrespondierenden Autoren Jin Li und Christian Steinberg untersuchten Plasmaproben der Studienteilnehmer mithilfe der Peptid-Microarray-Technologie auf Autoantikörper, die gegen kardiale Ionenkanäle gerichtet sind. Bei 7 Patienten mit SCVF (50 %; p=0,049) identifizierten sie Autoantikörper, die auf den kardialen TREK-1 abzielen.Aus gepoolten Plasmaproben reinigten sie diese Autoantikörper für anschließende zelluläre elektrophysiologische Untersuchungen auf. Patch-Clamp-Experimente wiesen kanalaktivierende Eigenschaften von Anti-TREK-1-Autoantikörpern nach. Chinidin vermochte diese sowohl in HEK293-Zellen als auch in aus menschlichen induzierten pluripotenten Stammzellen abgeleiteten Kardiomyozyten zu antagonisieren. (ah) Autoren: Li J et al.Korrespondenz: Jin Li; [email protected]; Christian Steinberg; [email protected]Studie: Circulating Autoantibodies Targeting TREK-1 in Patients With Short-Coupled Ventricular FibrillationQuelle: Circulation 2024;150(24):1944–1954.doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.124.070284
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