Autologe Zellkulturen zur erfolgreichen Versorgung Schwerbrandverletzter19. April 2023 Keratinozyten-Sheet. Foto: © DIZG Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV e.V.) stuft die Bereitstellung biotechnologisch bearbeiteter autologer Keratinozyten durch das gemeinnützige Deutsche Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) als wesentlichen Baustein zur erfolgreichen Therapie schwerbrandverletzter Patientinnen und Patienten ein. Für Schwerbrandverletzte ist die Versorgung mit autologen Keratinozyten oft die einzige Behandlungsoption und nicht selten lebensrettend. Auch aktuell ist immer noch eine signifikante Sterblichkeit bei Patientinnen und Patienten mit ausgedehnten thermischen Verletzungen zu verzeichnen. Das DIZG stellt biotechnologisch bearbeitete autologe Hautzellkulturen bereit. „Eine erfolgreiche Therapie ist nur möglich, wenn es neben einem intensivmedizinischen Konzept auch eine chirurgische Möglichkeit zur Rekonstruktion der entstandenen Hautdefekte nach Nekrosektomie der Verbrennungsareale gibt“, erklärt Prof. Ulrich Kneser, Präsident der DGV. „In Fällen mit großer verbrannter Körperoberfläche ist ein erfolgreicher Wundverschluss nur durch den Einsatz kultivierter autologer Keratinozyten möglich. Damit ist das Überleben unserer Patientinnen und Patienten direkt mit der entsprechenden Verfügbarkeit dieser Zelltherapie verknüpft.“ Aufnahme in Leitlinien würde Klarheit schaffen Dass das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DIZG seitens der zuständigen Fachgesellschaft und ihrer Chirurginnen und Chirurgen so hochgeschätzt wird, freut Jürgen Ehlers, Geschäfts-führer DIZG. „Auch wir sind überzeugt davon, dass die Bedeutung von Biotech und dieser autologen Zelltherapie für die Versorgung von schwerbrandverletzten Menschen sehr hoch ist und hoffen daher, dass sich dies auch in den entsprechenden medizinischen Leitlinien niederschlägt. Dies würde sowohl die Unsicherheiten in der Indikationsstellung als auch die Ungewissheiten hinsichtlich der grundsätzlichen Berechtigung einer angemessenen Finanzierung vermindern.“ Verfügbarmachung von Zellkulturen ist Teil der Daseinsfürsorge Für die deutschlandweite Versorgung der Verbrennungszentren ist das gemeinnützige Biotech- und Pharmaunternehmen mit seinen Keratinozyten-Sheets und seiner sprühfähigen Keratinozyten-Suspension seit mehr als zwei Jahrzehnten ein sehr wichtiger Partner. „Aus Sicht der DGV ist die Verfügbarmachung von Zellkulturen zur klinischen Anwendung letztlich ein Teil der Daseinsfürsorge für schwerbrandverletzte Patientinnen und Patienten“, betont Kneser. Aufgrund der strikten regulatorischen Anforderungen an die Kultivierung und die Bereitstellung der Keratinozyten-Transplantate unterstützt der DGV-Vorstand ausdrücklich, dass die Versorgung Schwerbrandverletzter mit autologen Zellkultur-Transplantaten von einer Einrichtung wie dem DIZG in seiner gemeinnützigen Struktur sichergestellt wird. „Für einzelne Verbrennungszentren ist es weder regulatorisch und logistisch möglich, noch ökonomisch umsetzbar, eigene Labore und Reinräume für die Kultivierung von Zellen für die klinische Anwendung vorzuhalten“, erklärt er weiter.
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