Avatera-OP-Roboter im ersten klinischen Einsatz26. April 2022 Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie des UKL, bei einem Eingriff mit dem Avatera-OP-Robotersystem. Foto: Stefan Straube / UKL Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist das OP-Robotersystem Avatera erstmals klinisch in der Routineversorgung in der Urologie eingesetzt worden. Das neue System ist eine deutsche Eigenentwicklung und soll das bestehende Angebot an OP-Robotersystemen ergänzen. Während des mehrwöchigen Einsatzes soll das in Team der Klinik für Urologie zunächst 25 Eingriffe vornehmen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Das neue Gerät sei bereits zehn Mal zum Einsatz gekommen, sowohl bei Nierentumoren als auch bei Prostatakrebsoperationen. Komplikationen habe es bisher keine gegeben, alle Operationen seien erfolgreich beendet worden. Der einzige bislang weltweit verbreitete OP-Roboter dieser Art ist der DaVinci-Telemanipulator. Am UKL operieren die Urologen bereits seit 2011 mit Hilfe des DaVinci, seit 2017 nutzen auch andere Fachbereiche wie die Gynäkologie, Viszeral- und Thoraxchirurgie oder die Kinderchirurgie das Gerät. Pro Jahr finden am UKL nach eigenen Angaben mehr als 500 DaVinci-Operationen statt. Basierend auf dieser Expertise entstand hier 2021 das Zentrum für roboterassistierte und navigierte Chirurgie. Dessen Aufgabe besteht darin, interdisziplinär die Entwicklung auf diesem Gebiet zu begleiten und Innovationen zu unterstützen.Nach Meinung des Vorstands des UKL gehört die Zukunft den OP-Robotersystemen: Immer mehr Fachgebiete setzten diese inzwischen ein, die Zahl der Patienten, für die ein solcher Eingriff geeignet ist, steige stetig. Doch Anschaffung und Betrieb eines OP-Roboters wie des DaVinci seien sehr kostenintensiv, was den Kliniken aktuell Grenzen setze. Das im thüringischen Jena entwickelte Avatera-System soll eine Alternative bieten. Das System greife die bewährten Lösungen auf und entwickle diese weiter, heißt es in der UKL-Mitteilung. Dazu gehöre, anders als bei den bisherigen Geräten, der Einsatz von Einmal-Instrumenten. Das soll die Sicherheit erhöhen und den Kliniken aufwändige Sterilisationslösungen ersparen.“Für die Zukunft brauchen wir sehr viel mehr roboter-assistierte Chirurgie in vielen Fachgebieten, Systeme, die weltweit und nicht nur in den hoch entwickelten Industrieländern eingesetzt werden können, um die Behandlung der Patienten anhaltend weiter zu verbessern”, sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. (UKL/ms)
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