Bakterielle Vaginose: Neuartiger DNA-Test zur personalisierten Behandlung entwickelt14. April 2025 Foto: © Andrey-Popov/stock.adobe.com Forscher der Drexel University, USA, haben einen einfachen DNA-PCR-basierten Labortest entwickelt, der Ärzten helfen könnte, jeder Patientin mit Bakterieller Vaginose (BV) das passende Medikament zu verschreiben. Die wichtigsten bakteriellen Erreger der BV sind eine Gruppe verwandter Bakterienarten, die als Gardnerella vaginalis bekannt waren. Frühere Arbeiten von Prof. Garth Ehrlich von der Drexel University hatten bereits gezeigt, dass diese Gruppe tatsächlich aus mehreren Arten besteht. In der aktuellen Arbeit haben die Autoren diesen „Stammbaum“ weiter ausgebaut. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Genome Medicine“ veröffentlicht. Clindamycin- Behandlung wirksam Mittels Genomsequenzierung und genomischer Analyse von 129 Gardnerella-Arten-Genomen führte das Team eine detaillierte Analyse durch, die eine deutlich größere Diversität aufdeckte. Unter anderem wurden elf Genospezies identifiziert, die sich in mehrere große Kladen oder Gruppierungen einteilen lassen. Anhand dieser Daten fand das Forschungsteam heraus, dass zwei der Kladen aus fünf Genospezies bestehen, die zu 100 Prozent resistent gegen Metronidazol sind, aber erfolgreich mit dem Antibiotikum Clindamycin behandelt werden können. Beide Medikamente werden eine Woche lang eingenommen und können vaginal oder oral verabreicht werden. Der PCR-Test des Teams kann zwischen den Stämmen unterscheiden und diejenigen identifizieren, die hochresistent gegen Metronidazol sind. „Wenn dieser Test für Patientinnen verfügbar wird, können sie die Einnahme falscher Antibiotika und damit zusätzliche potenzielle Nebenwirkungen und finanzielle Kosten vermeiden“, kommentiert die Hauptautorin der Studie, Dr. Katherine Innamorati. „Eine schnellere Behandlung und ein besserer Antibiotika-Einsatz sind besonders wichtig für Patientinnen, die möglicherweise mehrere Antibiotika-Kuren benötigen, um die Infektion vollständig loszuwerden“, fügt sie hinzu. Weitere Forschung erforderlich „Möglicherweise benötigen manche Patienten beide Medikamente – Metronidazol könnte einige Mikroorganismen, insbesondere anaerobe Bakterien, die ohne Sauerstoff wachsen, schützen. Patienten mit metronidazolresistenten Gardnerella-Bakterien könnten daher von einer Behandlung mit beiden Antibiotika profitieren, doch um dies zu klären, bedarf es weiterer Forschung“, erklärt Ehrlich. Weiter sagt er: „Es ist möglich, dass die Expression eines Gens eine Rolle bei der Resistenz gegen ein Antibiotikum spielt oder einen Aspekt der Entstehung dieser Resistenz erklärt. Unsere Daten deuten jedoch darauf hin, dass Metronidazolresistenz nicht durch ein klares Muster, sondern durch mehrere Mechanismen entsteht.“ Es bleibe noch viel zu tun, um die Mechanismen, durch die verschiedene Gruppen genetisch bedingter Organismen Resistenzen gegen Metronidazol entwickeln, besser zu verstehen, betont der Mediziner abschließend.
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