Bariatrische OP: Unterschiedlicher Nutzen bei Menschen mit erhöhtem Diabetes-Risiko5. Mai 2025 Foto: © Tobilander/stock.adobe.com Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die neuartige Klassifikation der Diabetesrisiko-Subtypen helfen kann, Personen zu identifizieren, die besonders stark von einer bariatrischen Operation profitieren. Weltweit haben mehr als 2,5 Milliarden Erwachsene Übergewicht bzw. Adipositas. Viele entwickeln einen Typ-2-Diabetes (T2D) und weitere Folgeerkrankungen. Die bariatrische Operation ist eine wirksame Behandlungsoption, um das Gewicht deutlich zu reduzieren und das Risiko von Folgeerkrankungen zu verringern. Es ist jedoch nach wie vor schwierig, den Nutzen einer bariatrischen Operation für Menschen ohne T2D vorherzusagen. Forscher aus Deutschland, Frankreich und Italien untersuchten, ob sich Unterschiede in den metabolischen Verbesserungen bei Menschen aus verschiedenen Diabetesrisiko-Subtypen identifizieren lassen. Sie analysierten zwei Kohorten von Personen, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen, und einer Kontrollgruppe. Einteilung in Subtypen vor der bariatrischen Operation Zunächst wurden übergewichtige Personen ohne T2D, aber mit einem Risiko für Diabetes (definiert u.a. durch einen erhöhten BMI), den verschiedenen Diabetesrisiko-Subtypen* zugeordnet. „Menschen mit Übergewicht, die den Subtypen 3, 5 und 6 angehören, haben das höchste Risiko für die Entwicklung von T2D und/oder Folgeerkrankungen“, erläutert Leontine Sandforth, Forscherin am Deutschen Zentrum für Diabetesforschung und am Universitätsklinikum Tübingen. Sie ist gemeinsam mit Violeta Raverdy von der Universität Lille, Frankreich, Erstautorin der Publikation. Dem Subtyp 4 gehören Menschen mit Übergewicht/Adipositas mit einem niedrigen Diabetesrisiko an. Die Subtypen 1, 2 und 3 haben meist kein oder nur wenig Übergewicht und ein niedrigeres Diabetesrisiko. Menschen einer Kohorte aus Lille sowie einer Kohorte aus Rom (Italien) unterzogen sich einer bariatrischen Operation. Eine Kontrollkohorte in Tübingen erhielt eine Lebensstilintervention mit Verhaltensänderung. Um den Erfolg des Eingriffs zu bestimmen, wurden Glukoseregulation, Prädiabetes-Remission, Leberfett, die Insulinresistenz und Betazellfunktion jeweils vor und nach der Lebensstilanpassung und der Operation untersucht. Hochrisiko-Subtypen profitieren deutlich Von der bariatrischen Chirurgie profitierten Menschen der Hochrisiko-Subtypen 5 und 6 am stärksten. Die Betazellfunktion sowie die Insulinempfindlichkeit verbesserten sich. Zudem normalisierten sich die Blutzuckerwerte und das Leberfett wurde reduziert. Darüber hinaus ging die Mehrheit der Hochrisikogruppen nach der bariatrischen Operation in Niedrigrisikogruppen über. Dies war in der Kontroll-Kohorte mit einer Beratung zur Lebensstiländerung nicht der Fall. Obwohl der relative Gewichtsverlust bei allen Subtypen ähnlich war, hatten Teilnehmende aus dem Niedrigrisiko-Subtyp 4 überraschenderweise eine niedrigere Remissionsrate des Prädiabetes und profitierten somit weniger im Hinblick auf die Verbesserung der Blutzuckerregulation. Zentrale Ergebnisse:• Die Hochrisiko-Untergruppen 5 und 6 profitierten stärker von der bariatrischen Chirurgie in Bezug auf Insulinresistenz, Beta-Zell-Funktion und Prädiabetes-Remission.• Diese Studie könnte dazu beitragen, die Präzisionsmedizin bei Menschen mit erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes und Adipositas voranzubringen. Präzisionsmedizinische Ansätze „Unsere Ergebnisse zeigen die Relevanz der Prädiabetes-Klassifizierung für Personen mit schwerer Adipositas auf. Wir konnten unterschiedliche Reaktionen der Subtypen auf die bariatrische OP identifizieren“, fasst Prof. Reiner Jumpertz von Schwartzenberg, Oberarzt in der Abteilung für Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie am Universitätsklinikum Tübingen und Leiter des Studienzentrums am DZD-Partner Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich an der Universität Tübingen, die Studie zusammen. An der Studie beteiligt waren:• Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen, Deutschland• Innere Medizin IV, Endokrinologie, Diabetologie und Nephrologie, Universitätsklinikum Tübingen, Deutschland• Deutsches Zentrum für Diabetesforschung, Tübingen, Deutschland• Universität Lille, INSERM, CHU Lille, Institut Pasteur de Lille, UMR 1190 Translationale Forschung für Diabetes, Europäisches Genomisches Institut für Diabetes, Lille, Frankreich• CHU Lille, Integriertes Zentrum für Adipositas, Allgemein- und Endokrine Chirurgie, Lille, Frankreich
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