Baustelle Digitalisierung: Industrieverband Spectaris will Effizienz der Gesundheitsversorgung optimieren7. September 2018 Illustration: © Thomas Söllner – Fotolia.com Der Spectaris-Fachverband Medizintechnik hat in einem Positionspapier auf die wichtigsten Baustellen der Digitalisierung im Gesundheitswesen hingewiesen und gleichzeitig erste Lösungsvorschläge formuliert. „Die Digitalisierung hilft, die Effizienz im Gesundheitswesen zu optimieren, Krankheiten früher zu erkennen, Diagnosen verlässlicher zu stellen und Klinikaufenthalte zu vermeiden oder zu verkürzen”, betont der Geschäftsführer des Industrieverbandes, Jörg Mayer. Um die Potenziale ausschöpfen zu können, müssten jedoch endlich die wichtigsten Baustellen angepackt werden. Was aus Sicht der Medizintechnikindustrie vor allem benötigt wird, sind neben der Entwicklung neuer Zugangswege sowohl die Beschleunigung der Prozesse zur Erstattung digitaler Anwendungen durch die Gesetzliche Krankenversicherung als auch Vergütungsregeln für telemedizinische Anwendungen. „Die aktuellen Prozesse und Methodiken zum Nachweis medizinischer Evidenz dauern zu lange, sind zu aufwendig und sind insbesondere nicht auf telemedizinische, digitale Anwendungen ausgerichtet“, kritisiert der Vorsitzende des Spectaris-Fachverbandes Medizintechnik, Dr. Martin Leonhard. Hier seien neue Instrumente erforderlich, die besser auf digitale Versorgungslösungen ausgerichtet seien als die bisherigen. Auch müssten die Versorgungsprozesse ganzheitlich digitalisiert und alle Akteure des Gesundheitswesens integriert werden, insbesondere auch die nicht ärztlichen Leistungserbringer, die im Rahmen der häuslichen Pflege eine zunehmend wichtigere Rolle im Gesundheitswesen einnähmen. Standards statt Insellösungen “Nur ein Bruchteil der heute schon technologisch möglichen eHealth-Anwendungen kommt zurzeit zum Einsatz”, konstatiert der Fachverband. Das liege auch daran, dass in der Vergangenheit oft nur “Insellösungen für digitale Anwendungen” gefunden worden seien, der Weg in die Regelversorgung aber ausgeblieben sei. „Wir brauchen eHealth-Lösungen, die von Beginn an auf Grundlage einer standardisierten Infrastruktur entwickelt werden“, betont Leonhard. Datenschutz und Fernbehandlung Weitere Baustellen sieht Spectaris bei den Themen Datenschutz und Fernbehandlungsverbot. „Dass das Fernbehandlungsverbot jetzt endlich gelockert werden soll, ist überfällig und unbedingt zu begrüßen“, so Leonhard. „Und der Datenschutz darf sinnvolle Datennutzung nicht behindern. Hier muss die Nutzung von Gesundheitsdaten neu geregelt werden, ohne dabei die Persönlichkeitsrechte der Patienten einzuschränken.“ Dabei seien die Sorgen der Patienten zwar ernst zu nehmen, gleichzeitig aber müssten der Gesellschaft auch die Chancen der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung besser und vorurteilsfrei vermittelt werden. Nationaler E-Health-Strategieprozess Der Fachverband sieht seine Forderungen als größtenteils deckungsgleich mit dem gemeinsamen Appell der Verbände der industriellen Gesundheitswirtschaft für ein eHealth-Zielbild. „Es ist zudem ermutigend, dass auch die Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion viele Themen ähnlich sieht und angehen will wie wir sowie dazu aufruft, dass die Politik bei diesem Thema eine Führungsrolle einnehmen muss. Das von der AG anvisierte ‚E-Health-Gesetz 2.0‘ muss nun rasch in Angriff genommen und auch der nationale E-Health-Strategieprozess muss mit Leben gefüllt werden“, sagt Mayer. Die Industrie habe ihre Vorstellungen klar artikuliert und stehe für einen weiteren Dialog mit der Politik bereit. Link zum Positionspapier: https://www.spectaris.de/fileadmin/Content/Pressemitteilungen/2018/Medizintechnik/SPECTARIS-Positionspapier_eHealth.pdf Quelle: Spectaris
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