Bedarf an SARS-CoV-2-PCR-Tests steigt um 22 Prozent und verstärkter Einsatz von Antikörpertests12. Mai 2020 Foto: © Robert Kneschke – Adobe Stock Auch diese Woche stellten die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. die aktuellen Zahlen zur SARS-CoV-2-Testung der Labore in Deutschland vor. Der Bedarf an SARS-CoV-2-PCR-Tests ist in der vergangenen Woche wieder gestiegen: Laut Analyse der ALM e.V. lag die Zahl der durchgeführten Tests in der KW 19 bei 330.541 und damit fast so hoch wie in der “Rekordwoche” Ende März. Das ist eine Steigerung von 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche (271.137). Auch die Zahl der Antikörpertests erhöhte sich auf 61.299. Es tragen nun 123 Labore (+ 4) allwöchentlich mit ihren Daten zu einer profunden Analyse des Testgeschehens in Deutschland bei. “Die Welt blickt fast ein wenig neidisch auf Deutschland, das mit seinen Testkapazitäten einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet hat und leistet, dass die COVID-19-Pandemie bisher recht gut unter Kontrolle gehalten werden kann”, sagt Evangelos Kotsopoulos. Laut ALM-Vorstand stehen wöchentlich aktuell rund 840.000 Tests zur Verfügung. Nicht einmal die Hälfte davon werde derzeit abgerufen. “Wir sind gut gerüstet für die Ausweitung der PCR-Diagnostik auf Risikogruppen, Pflegeheime und Krankenhäuser und insbesondere auf die Kontaktpersonen!” Darüber hinaus wird die oft verborgen wirkende Arbeit der Fachärzte im Labor und ihrer Teams auch immer mehr von der Öffentlichkeit wahrgenommen und in Beratungen miteinbezogen. “Wir freuen uns über die Wertschätzung unserer Arbeit und stehen sowohl den einsendenden Ärzten als auch dem ÖGD (Öffentlichen Gesundheitsdienst) sowie den Krisenstäben in Bund und Ländern als verlässliche Ansprechpartner zur Verfügung”, betont Dr. Michael Müller. Auch in die Erstellung von Testkonzepten – zum Beispiel in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Unternehmen der kritischen Infrastruktur würden die Labore immer häufiger einbezogen, so der 1. Vorsitzende des ALM e.V. Der ALM beobachtet in der aktuellen Datenanalyse den weiter steigenden Einsatz von Antikörpertests nicht ganz ohne Sorge: 61.299 solcher Tests wurden in der KW 19 durchgeführt (KW 18: 48.147). Vorstand Prof. Jan Kramer fordert in diesem Zusammenhang zum sorgsamen Umgang mit den Testergebnissen: “Positive Antikörpertests sind kein Freibrief, auf die Einhaltung von Kontaktregeln der Hygiene zu verzichten. Sie können lediglich eine gute Ergänzung zur PCR-Testung sein, und Aussagen dazu machen, ob Patienten bereits Kontakt mit dem Erreger hatten, wenn zwei Wochen zuvor entsprechende Symptome bestanden”, so der Internist und Facharzt für Laboratoriumsmedizin. Eine zweite Sorge äußert der ALM e.V. in seiner Stellungnahme im Vorfeld der Anhörung zum Entwurf des “Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite”. Der fachärztliche Berufsverband wies noch einmal darauf hin, dass die erweiterten Meldungen, die nach neuem § 7 Infektionsschutzgesetz künftig vorgesehen sind, elektronisch erfolgen müssten: “Nur so können die vielen Millionen an Datensätzen bewältigt, ausgewertet und sinnvoll genutzt werden”, sagt Dr. Christian Scholz, Vorstand im ALM und Sprecher der AG IT. Dr. Scholz und die ExpertInnen der AG IT des ALM e.V. mahnen in einer weiteren Stellungnahme an den Bundesgesundheitsminister auch, am bereits von den Laboren im Zusammenarbeit mit dem BMG entwickelten Weg der Übermittlung der SARS-CoV-2-Testergebnisse in eine Tracking-APP festzuhalten: Die ärztliche Selbstverwaltung habe sich hier zu Gunsten des zentralen Datenservers der KV.digital entschieden, da hier bereits ein etablierter, sicherer und durch das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) zertifizierter Kommunikationsweg existiere. Würde dieser Weg durch die beiden verantwortlichen IT-Konzerne Telekom und SAP, die an der Entwicklung der APP beteiligt sein sollen, nicht weiter beschritten, “würde es zu erheblichen Verzögerungen bei der Erstellung und beim Ausrollen der APP kommen”, so Dr. Christian Scholz.