Befragung zeigt: Hausärzteschaft leistet wichtigen Beitrag zur Aufklärung über Organ- und Gewebespende8. April 2025 Etwa die Hälfte der befragten Hausärzte gab an, dass ihre Patienten dem Thema in den Gesprächen positiv gegenüberstehen. (Foto: © Daniel Ernst/stock.adobe.com) Seit März 2022 können Hausärzte im Rahmen einer neuen Leistung Patienten alle zwei Jahre zur Organ- und Gewebespende beraten. Seitdem informiert die Hausärzteschaft verstärkt zum Thema und greift dabei auf das Unterstützungsangebot des Bundesinstitutes für Öffentliche Gesundheit zurück. Für eine Repräsentativbefragung zum Thema Beratung zur Organ- und Gewebespende, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit durchgeführt hat, sind jüngst 359 praktizierende Allgemeinmediziner, hausärztlich tätige Internisten sowie praktische Ärzte interviewt worden. Von diesen gaben rund 82 Prozent an, in den vergangenen zwei Jahren Informationsgespräche mit ihren Patienten zum Thema Organ- und Gewebespende geführt zu haben. Etwa die Hälfte der Hausärzteschaft beobachtete, dass die Patienten dem Thema in den Gesprächen positiv gegenüberstehen und nach ihrer Einschätzung zur Spende bereit wären. Weitere 43 Prozent der Befragten berichten von unterschiedlichen Reaktionen und nur drei Prozent von negativen Haltungen. Unterstützung durch Informationsmaterial Dr. Markus Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes kommentiert die Ergebnisse der Befragung: „Wir Hausärztinnen und Hausärzte sowie unsere Praxisteams nehmen unsere Verantwortung beim Thema Organ- und Gewebespende sehr ernst und informieren die Patientinnen und Patienten aktiv. Die Informationsmaterialien, die wir gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit entwickelt haben, sind hierfür eine hervorragende Unterstützung. Es ist außerdem positiv, dass der Gesetzgeber vor knapp drei Jahren eine neue Beratungsleistung eingeführt hat. Klar ist aber auch: Die Beratung und Aufklärung bei diesem sehr persönlichen und sensiblen Thema braucht deutlich mehr Zeit als im Rahmen der Beratungsleistung aktuell dafür vorgesehen ist.“Die Befragung kam außerdem zu dem Ergebnis, dass 87 Prozent der befragten Hausärzteschaft sich ausreichend informiert fühlt, um ihre Patienten umfassend zur Organ- und Gewebespende zu beraten. 59 Prozent der Hausarztpraxen liegt das Standardinformationspaket des Bundesinstitutes für Öffentliche Gesundheit vor. Davon haben 72 Prozent Informationsmaterialien an Patienten weitergegeben. 61 Prozent der Patienten reagierten nach Einschätzung der befragten Hausärzteschaft positiv auf die proaktive Ansprache zum Thema Organ- und Gewebespende und 43 Prozent neutral mit der Bereitschaft, über das Thema zu sprechen.Das angesprochene Informationsangebot wurde gemeinsam mit dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband für die Praxen entwickelt. Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit unterstreicht: „Die positiven Reaktionen von Patientinnen und Patienten auf die proaktive Ansprache durch die Hausärzteschaft zeigen, wie wichtig dieses Angebot ist.”
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