Begleitung auf Augenhöhe24. Juni 2020 Beim internationalen Forschungsprojekt UPSIDES erhalten Menschen mit einer psychischen Erkrankung Unterstützung von einer Person, die selbst Erfahrung mit psychischen Erkrankungen hat und gestärkt daraus hervorgegangen ist. (Foto: ©Universitätsklinikum Ulm) Bessere Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch Peer-Begleitung: Für ein internationales Forschungsprojekt suchen Universitätsklinikum und Universität Ulm StudienteilnehmerInnen. Bei dem Weg aus der Krise können oft diejenigen am besten helfen, die den Weg selbst schon einmal gegangen sind. Diesem Prinzip folgt das internationale, von der EU geförderte Forschungsprojekt UPSIDES. „Das Projekt basiert auf der Idee, dass Menschen, die selbst von psychischen Erkrankungen betroffen waren, aufgrund ihrer Erfahrungen genau wissen, wie es anderen Betroffenen gerade geht und wobei sie Hilfe brauchen könnten“, erklärt Projektkoordinator Prof. Bernd Puschner, Leiter der Sektion Prozess-Ergebnis-Forschung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II des Universitätsklinikums Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg. Im Rahmen von UPSIDES erhalten Menschen mit einer psychischen Erkrankung Unterstützung von einer Person, die selbst Erfahrung mit psychischen Erkrankungen hat und gestärkt daraus hervorgegangen ist. Diese sogenannten Peer-BegleiterInnen unterstützen Betroffene auf ihrem Genesungsweg, etwa durch Gespräche oder Ratschläge im Umgang mit der Erkrankung. Aber auch Hilfestellung bei der Tagesplanung oder Begleitung zu Arztterminen können dazu gehören. David Meinecke hat das Training zum UPSIDES Peer-Begleiter in Günzburg bereits absolviert: „Die Ausbildung bei UPSIDES war anstrengend, aber sie hat mir viel gebracht. Wir haben in der Gruppe viel gesprochen und reflektiert, das hat mir geholfen“, berichtet Meinecke. „Als Peer-Begleiter kann ich gut nachvollziehen, was in dem anderen vorgeht. Man versteht sich gegenseitig besser, ist auf Augenhöhe. Die Peer-Begleitung füllt da einfach eine Lücke.“ UPSIDES ist ein internationales Verbundprojekt, das in sechs Ländern auf drei Kontinenten durchgeführt wird. Ziel ist es, das Modell der Peer-Begleitung sowohl in Industrieländern, aber auch in Ländern mit mittleren und geringen Einkommen zu etablieren. Denn weltweit erhalten viele Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen aufgrund von Fachkräftemangel und schlechten Versorgungsstrukturen keine oder keine ausreichende Behandlung. Koordiniert wird das Projekt von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II des Universitätsklinikums Ulm in Günzburg. Es ist über fünf Jahre angelegt und wird gemeinsam von der Europäischen Union (EU) und der Global Alliance of Chronic Diseases (GACD) gefördert. Durchgeführt wird es an sechs verschiedenen Studienstandorten weltweit, neben den beiden deutschen Standorten Ulm und Hamburg auch in Indien, Tansania, Uganda und Israel. Im Rahmen des Forschungsprojekts UPSIDES suchen die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II und die Universität Ulm nun TeilnehmerInnen aus dem Raum Ulm/Neu-Ulm, Günzburg und Augsburg. Menschen, die sich aktuell in einer psychischen Krise befinden, aber auch Personen, die schon seit mehreren Jahren von einer psychischen Erkrankung betroffen sind und jemanden zum Austausch auf Augenhöhe suchen, sind aufgerufen, mit dem Forschungsteam Kontakt aufzunehmen. Ab diesem Jahr werden die UPSIDES Peer-BegleiterInnen insgesamt ca. 100 Personen mit psychischen Erkrankungen unterstützen. Während eine Hälfte der ProjektteilnehmerInnen die Unterstützung sofort erhalten, erfolgt die Peer-Begleitung der anderen Hälfte zeitversetzt (nach 12 Monaten). Die Peer-Begleitung im Rahmen der UPSIDES Studie ist vertraulich und kostenlos. Weitere Informationen für interessierte Studienteilnehmer*innen: • Website www.upsides.org (in der „multilingual area“ auch auf Deutsch) • Auskunft geben auch die Studienmitarbeiterinnen Lisa Wenzel oder Ramona Hiltensperger: Tel. 08221-96 2862, [email protected]
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