Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe schützt sensorische Innervation9. Juli 2020 © Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild) Bereits in der Vergangenheit ist gezeigt worden, dass es bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) und Schnarchern zu Schädigungen der motorischen und sensorischen Nerven in den oberen Atemwegen kommen kann. Schnarchen an sich kann im Laufe der Zeit alle Neuronen der oberen Atemwege schädigen und dadurch zu einer manifesten Schlafapnoe führen. Um diese Hypothese zu testen, führten Wissenschaftler in einer prospektiven Langzeitstudie mit Nicht-Schnarchern, nicht therapierten Schnarchern sowie Patienten unter Behandlung mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP) wiederholt sensorische Tests am Gaumensegel durch. In den Jahren 2008–2009 wurden mit einer Thermode Tests der Kältedetektionsschwelle (Cold Detection Threshold [CDT]) an Gaumensegel und Lippe durchgeführt sowie Atemgeräusche während der Nacht aufgenommen. Die Untersuchungen erfolgten 6–7 Jahre später erneut. Bei 25 nicht therapierten Schnarchern verschlechterte sich die palatale CDT von einem Median (25.–75. Perzentil) von 4,2°C (3,2–5,9) auf 11°C (7,0–17,4; p<0,001). Der AHI stieg von durchschnittlich 7 auf 14 Ereignisse/h (p<0,05). Die Forscher beobachteten keine signifikante Korrelation zwischen Veränderungen der CDT und dem AHI. Bei 21 nicht schnarchenden Kontrollpersonen stieg die palatale CDT von durchschnittlich 3,2°C auf 5,6°C (p<0,005), während sie sich bei 19 mit CPAP behandelten Patienten nicht signifikant veränderte. Verbesserte Werte wurden bei 8 Patienten dokumentiert. Die CDT verschlechterten sich in der Gruppe der Schnarcher signifikant stärker als bei den Kontrollpersonen (p<0,05) und den mit CPAP behandelten Patienten (p<0,001). Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen Kontrollpersonen und Patienten unter CPAP. Fazit Die Autoren fassen zusammen, dass sich die CDT im Laufe der Zeit bei nicht therapierten Schnarchern erheblich verschlechterte, und zwar signifikant stärker als bei nicht schnarchenden Kontrollpersonen und mit CPAP behandelten Patienten. Schnarcher, die keine Therapie erhalten, riskierten daher eine geringere Sensitivität in den oberen Atemwegen. Im Gegensatz dazu scheine eine effiziente OSA-Behandlung die sensorische Innervation zu schützen, da in der mit CPAP behandelten Gruppe die Kälteempfindlichkeit bestehen blieb und in einigen Fällen die Sensitivität sogar verbessert wurde. (ac) Autoren: Svanborg E et al. Korrespondenz: Eva Svanborg; [email protected] Studie: Palatal Sensory Function Worsens in Untreated Snorers but Not in CPAP-Treated Patients With Sleep Apnea, Indicating Vibration-Induced Nervous Lesions Quelle: Chest 2020;157(5):1296–1303. Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2020.01.032