Behandlung des chronischen Hustens26. Oktober 2017 Symbolbild: Chronischer Husten © Africa Studio – fotolia.com Indem sie sich die „Theorie der unangenehmen Symptome“ zu Nutze gemacht haben, sind Wissenschaftler aus den USA zu dem Schluss gekommen, dass es bei Patienten mit chronischem Husten nicht allein wichtig ist, die Ursache für ihr Leiden zu finden. Um eine maximale Verbesserung der hustenbezogenen Lebensqualität (cough quality of life [CQOL] zu erreichen, müssten auch psychische, körperliche und situative Faktoren berücksichtigt werden, schreiben Erstautorin Prof. Cynthia L. French vom Memorial Medical Center der University of Massachusetts (UMass) und ihre Kollegen in der Zeitschrift „Chest“. Die Studienautoren waren von der Annahme ausgegangen, dass es den Schweregrad eines chronischen Hustens senkt und die CQOL verbessert, wenn man bei Patienten mit chronischem Husten Angststörungen und Depressionen therapeutisch adressiert. Die Wissenschaftler untersuchten die wichtigsten Grundsätze der „Theorie der unangenehmen Symptome“ im Rahmen einer beobachtenden Längsschnittstudie mit erwachsenen Patienten, die schon länger als 8 Wochen husteten und deshalb behandelt wurden. Eingeschlossen in die Studie wurden 80 Probanden, davon 55 Frauen, mit einem Durchschnittsalter von 58,5 ± 11,1 Jahren und einer Hustendauer von 86,0 ± 123,7 Monaten. Zu Beginn der Studie war ein stärker ausgeprägter Husten signifikant mit einem niedrigeren Bildungsstand und größeren Schwierigkeiten beim Sprechen aufgrund des Hustens oder Hustenreizes assoziiert. Eine schlechtere CQOL stand in einem signifikanten Zusammenhang mit stärkeren depressiven Symptomen, stärkerer Harninkontinenz und mehr Problemen beim Sprechen sowie mit der Einnahme von Heilmitteln, die sich die Patienten selbst „verschrieben“, und mit jüngerem Alter. Nach 3 und nach 6 Monaten waren signifikante Verbesserungen der Depressions- und Stresssymptomatik zu verzeichnen. Auch Angstsymptome nahmen ab, insbesondere innerhalb der ersten 3 Monate. Eine Abnahme des Hustenschweregrades stand in einem signifikanten Zusammenhang mit einem geringeren Bildungsstand, männlichem Geschlecht und einer Verbesserung der Fähigkeit zu sprechen und des Hustenreizes. Eine Steigerung der CQOL war signifikant mit einer Abnahme der Harninkontinenz assoziiert sowie mit einem schwächeren Hustenreiz, weniger Angstsymptomen und weniger selbstverschriebenen Heilmitteln. Autoren: French CL et al. Korrespondenz: Prof. Cynthia L. French, Division of Pulmonary, Allergy, and Critical Care Medicine, UMass Memorial Medical Center, University Campus, 55 Lake Ave N, Room S6-842, Worcester, MA 01655, USA; [email protected] Studie: Change in Psychological, Physiological, and Situational Factors in Adults After Treatment of Chronic Cough Quelle: Chest 2017;152(3):547–562. Web: journal.chestnet.org